Belehrung eines jungen Mannes (B317): Unterschied zwischen den Versionen
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=== A Exposition (1–7) === | |||
Die Sprecherin erklärt, ein junger Mann verdiene Lob, wenn er bereit sei zu lernen. Vor allem müsse er Verschwiegenheit üben, denn Geheimhaltung sei der „Schild der Minne“. Nur dann wolle sie ihm treu verbunden sein. | |||
=== B Minne- und Tugendlehre (8–52) === | |||
Die Sprecherin unterweist den jungen Mann direkt. Wer lieben wolle, müsse sich durch gute Erziehung, Schamhaftigkeit, Maß, Ehre und ein würdiges Verhalten auszeichnen. Er solle Gott stets vor Augen haben, denn göttliche Hilfe führe die Dinge zum Guten. | |||
Wenn er ihre Zuneigung gewinnen wolle, müsse er bestimmte Regeln beachten: keine Spiele und kein übermäßiger Wein, sorgfältige Wortwahl, Aufrichtigkeit, Selbstbeherrschung, stetes Gedenken an die Geliebte, Zurückhaltung, Demut, Meidung schlechter Gesellschaft und Orientierung an Vorbildern. Zudem solle er stets gut von Frauen sprechen, da ein Mann alle Frauen ehren müsse. | |||
Die Lehre endet mit einem Lob der Frauen und der Vorstellung, dass die Frau den Mann veredelt. | |||
=== C Liebesbekenntnis (53–66) === | |||
Die Sprecherin gesteht dem jungen Mann ihre Liebe und erklärt, nur er könne sie erfreuen. Ihre Unterweisung komme aus ihrem liebenden Herzen, und er solle sie in seinem Herzen bewahren. Wer in Ehren alt werden wolle, müsse sich an diese Lehre halten. Abschließend bittet sie um Gottes Gnade. | |||
(Ausführliche Inhaltszusammenfassung bei [[Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden]], S. 492) | |||
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Aktuelle Version vom 10. Februar 2026, 21:39 Uhr
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Belehrung eines jungen Mannes (B317) | |
|---|---|
| AutorIn | Anon. |
| Entstehungszeit | Überlieferung ab 1470/71 |
| Entstehungsort | |
| AuftraggeberIn | |
| Überlieferung | Berlin, Staatsbibliothek: Mgf 488, 106v-108r Leipzig, Universitätsbibliothek: Ms. Apel 8, 236r-237v Prag, Knihovna Národniho muzea: Cod. X A 12, 89v-90v |
| Ausgaben | |
| Übersetzungen | |
| Forschung | Klingner, Jacob: Belehrung eines jungen Mannes; Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden, S. 492 |
Inhalt
A Exposition (1–7)
Die Sprecherin erklärt, ein junger Mann verdiene Lob, wenn er bereit sei zu lernen. Vor allem müsse er Verschwiegenheit üben, denn Geheimhaltung sei der „Schild der Minne“. Nur dann wolle sie ihm treu verbunden sein.
B Minne- und Tugendlehre (8–52)
Die Sprecherin unterweist den jungen Mann direkt. Wer lieben wolle, müsse sich durch gute Erziehung, Schamhaftigkeit, Maß, Ehre und ein würdiges Verhalten auszeichnen. Er solle Gott stets vor Augen haben, denn göttliche Hilfe führe die Dinge zum Guten. Wenn er ihre Zuneigung gewinnen wolle, müsse er bestimmte Regeln beachten: keine Spiele und kein übermäßiger Wein, sorgfältige Wortwahl, Aufrichtigkeit, Selbstbeherrschung, stetes Gedenken an die Geliebte, Zurückhaltung, Demut, Meidung schlechter Gesellschaft und Orientierung an Vorbildern. Zudem solle er stets gut von Frauen sprechen, da ein Mann alle Frauen ehren müsse. Die Lehre endet mit einem Lob der Frauen und der Vorstellung, dass die Frau den Mann veredelt.
C Liebesbekenntnis (53–66)
Die Sprecherin gesteht dem jungen Mann ihre Liebe und erklärt, nur er könne sie erfreuen. Ihre Unterweisung komme aus ihrem liebenden Herzen, und er solle sie in seinem Herzen bewahren. Wer in Ehren alt werden wolle, müsse sich an diese Lehre halten. Abschließend bittet sie um Gottes Gnade.
(Ausführliche Inhaltszusammenfassung bei Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden, S. 492)