Lehre an die Frauen (B320): Unterschied zwischen den Versionen
Die Seite wurde neu angelegt: „{{Infobox Einzeltext | namen = Lehre an die Frauen (B320) | autorin = Anon. | entstehungszeit = Überlieferung ab 1405-1408 | entstehungsort = | auftraggeberin = | überlieferung = Brüssel, KBR: 15589-623, 78ra | ausgaben = | übersetzungen = | forschung = Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden, S. 494f. }} Kategorie:Quelle Minnerede“ |
Keine Bearbeitungszusammenfassung |
||
| Zeile 11: | Zeile 11: | ||
}} | }} | ||
==Inhalt== | |||
Der Sprecher beginnt mit einer laudatio temporis acti: Früher habe man durch die Gunst guter Frauen vielfältigen Lohn erhalten. Scham und Ehre seien hochgeachtet gewesen, Laster habe man gemieden. Fand man einen ehrenvollen Liebhaber, dankte man Gott dafür. | |||
In einer direkten Anrede fordert er die Frauen auf, jene Männer zu meiden, die sich gern in Venus’ Schuld begeben – ihnen könne man nicht trauen. Was hastig geschehe, bereue man lange. Damals hätten Liebhaber sechs oder sieben Jahre ohne Aussicht auf Lohn ausgeharrt; heute würde man einen solchen Mann für unfähig halten, Frauengunst zu erwerben. Der Sprecher beklagt, dass gute Liebe mit den guten Menschen verschwinde, und mahnt, den Ruf einer edlen Frau zu schützen. | |||
Er wendet sich erneut direkt an die Frauen, besonders an die jungen und tugendhaften. Sie sollen seiner Lehre folgen, denn er habe sie für alle geschrieben. Nur so könne ihre Ehre bewahrt und die rechte Minne erhalten bleiben. | |||
(Ausführliche Inhaltszusammenfassung bei [[Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden]], S. 494f.) | |||
[[Kategorie:Quelle Minnerede]] | [[Kategorie:Quelle Minnerede]] | ||
Aktuelle Version vom 10. Februar 2026, 21:42 Uhr
|
Lehre an die Frauen (B320) | |
|---|---|
| AutorIn | Anon. |
| Entstehungszeit | Überlieferung ab 1405-1408 |
| Entstehungsort | |
| AuftraggeberIn | |
| Überlieferung | Brüssel, KBR: 15589-623, 78ra |
| Ausgaben | |
| Übersetzungen | |
| Forschung | Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden, S. 494f. |
Inhalt
Der Sprecher beginnt mit einer laudatio temporis acti: Früher habe man durch die Gunst guter Frauen vielfältigen Lohn erhalten. Scham und Ehre seien hochgeachtet gewesen, Laster habe man gemieden. Fand man einen ehrenvollen Liebhaber, dankte man Gott dafür. In einer direkten Anrede fordert er die Frauen auf, jene Männer zu meiden, die sich gern in Venus’ Schuld begeben – ihnen könne man nicht trauen. Was hastig geschehe, bereue man lange. Damals hätten Liebhaber sechs oder sieben Jahre ohne Aussicht auf Lohn ausgeharrt; heute würde man einen solchen Mann für unfähig halten, Frauengunst zu erwerben. Der Sprecher beklagt, dass gute Liebe mit den guten Menschen verschwinde, und mahnt, den Ruf einer edlen Frau zu schützen. Er wendet sich erneut direkt an die Frauen, besonders an die jungen und tugendhaften. Sie sollen seiner Lehre folgen, denn er habe sie für alle geschrieben. Nur so könne ihre Ehre bewahrt und die rechte Minne erhalten bleiben.
(Ausführliche Inhaltszusammenfassung bei Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden, S. 494f.)