Die Harre (B330): Unterschied zwischen den Versionen
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==Inhalt== | |||
=== A Allgemeine Lehre: Die Macht der Beharrlichkeit (1–28) === | |||
Der Sprecher erklärt, dass in seinem „Orden“ eine zentrale Lehre gilt: Wer beharrlich bleibt, erhält schließlich, was er begehrt. Diese Forderung nach Ausdauer wird auf alle Phasen der Minne angewandt – vom Beginn der Werbung über das Liebesbrennen, die Hoffnung und den Zorn bis hin zur Erfüllung. Ob die Dame Gutes oder Schlechtes im Sinn habe, ob der Liebende arm oder reich sei: Beständigkeit sei der Schlüssel, um jede Schwierigkeit zu meistern. | |||
=== B Persönliches Bekenntnis (29–38) === | |||
Der Sprecher versichert, seit dem ersten Anblick seiner Geliebten beharrlich auszuharren. In mehrfachen Wiederholungen betont er seine Bereitschaft, jederzeit und gerne standzuhalten. Auch wenn die Dame seine Treue nicht bemerke, wolle er weiter hoffen und nicht weichen. | |||
=== C Epilog und Selbstkommentar (39–52) === | |||
In einer Apostrophe an die Dame erklärt er, er habe ihr nun gezeigt und „gedichtet“, was er im Rahmen seines Ordens über die Minne wisse. Der Text solle sie an ihn erinnern, wenn er fern sei. Falls er etwas Unzutreffendes gesagt habe, möge sie nachsichtig sein. Nach einer Segensformel verweist er auf die Anfangs- und Endbuchstaben des Gedichts – J und N –, möglicherweise als Initialspiel oder als Anspielung auf „Ja“ und „Nein“. | |||
(Ausführliche Inhaltszusammenfassung bei [[Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden]], S. 504f.) | |||
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Aktuelle Version vom 10. Februar 2026, 22:11 Uhr
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Die Harre; Von der Harre | |
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| AutorIn | Anon. |
| Entstehungszeit | Überlieferung ab 1470/71 |
| Entstehungsort | |
| AuftraggeberIn | |
| Überlieferung | Berlin, Staatsbibliothek: Mgf 488, 82v-83v Leipzig, Universitätsbibliothek: Ms. Apel 8, 211r-212r Prag, Knihovna Národniho muzea: Cod. X A 12, 64v-65r |
| Ausgaben | |
| Übersetzungen | |
| Forschung | Klingner, Jacob: Die Harre; Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden, S. 504f. |
Inhalt
A Allgemeine Lehre: Die Macht der Beharrlichkeit (1–28)
Der Sprecher erklärt, dass in seinem „Orden“ eine zentrale Lehre gilt: Wer beharrlich bleibt, erhält schließlich, was er begehrt. Diese Forderung nach Ausdauer wird auf alle Phasen der Minne angewandt – vom Beginn der Werbung über das Liebesbrennen, die Hoffnung und den Zorn bis hin zur Erfüllung. Ob die Dame Gutes oder Schlechtes im Sinn habe, ob der Liebende arm oder reich sei: Beständigkeit sei der Schlüssel, um jede Schwierigkeit zu meistern.
B Persönliches Bekenntnis (29–38)
Der Sprecher versichert, seit dem ersten Anblick seiner Geliebten beharrlich auszuharren. In mehrfachen Wiederholungen betont er seine Bereitschaft, jederzeit und gerne standzuhalten. Auch wenn die Dame seine Treue nicht bemerke, wolle er weiter hoffen und nicht weichen.
C Epilog und Selbstkommentar (39–52)
In einer Apostrophe an die Dame erklärt er, er habe ihr nun gezeigt und „gedichtet“, was er im Rahmen seines Ordens über die Minne wisse. Der Text solle sie an ihn erinnern, wenn er fern sei. Falls er etwas Unzutreffendes gesagt habe, möge sie nachsichtig sein. Nach einer Segensformel verweist er auf die Anfangs- und Endbuchstaben des Gedichts – J und N –, möglicherweise als Initialspiel oder als Anspielung auf „Ja“ und „Nein“.
(Ausführliche Inhaltszusammenfassung bei Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden, S. 504f.)