Liebe und Schönheit (B412): Unterschied zwischen den Versionen

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==Inhalt==
===A Exposition (1–9)===
Der Sprecher belauscht ein Streitgespräch zweier allegorischer Frauenfiguren, Liebe und Schönheit, die beide beanspruchen, den höheren Rang zu besitzen.
===B Streitgespräch (10–118)===
Die Schönheit beginnt und preist ihre Anziehungskraft: Alle Stände und Geschlechter begehrten sie, bei höfischen Spielen stehe sie stets im Mittelpunkt, sie entzünde Liebe und wecke Lust, weshalb ihr die Krone aller Freuden zustehe und die Liebe ihr weichen solle. Die Liebe antwortet erzürnt und nennt die äußere Schönheit trügerisch; ohne Tugend sei sie wertlos. Schöne Menschen seien oft hochmütig und verachteten die Klugen. Liebe hingegen wirke wohltätig, führe zu Gott, verleihe Beständigkeit und mache den Liebenden selbst schön. Schönheit ohne Liebe sei ehrlos und unbeständig. Daraufhin gibt die Schönheit ihren Anspruch auf, bittet um Vergebung und erklärt sich der Liebe untertan. Die Liebe verzeiht, tadelt sie aber weiter als unklug und verweist auf Menschen, die zugleich schön und tugendhaft seien und Hochmut verabscheuten.
===C Nachspruch (119–126)===
Der Nachspruch fasst die Gegensätze von Begehren und Tugend zusammen: Wer Ehre anstrebt, soll Tugend wählen; Gutes fällt den Guten zu, Schlechtes den Schlechten. Liebe führt den Menschen zu Gott, und der Text endet mit einer Bitte um göttliche Gnade.
(Ausführliche Inhaltszusammenfassung bei [[Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden]], S. 675f.)


[[Kategorie:Quelle Minnerede]]
[[Kategorie:Quelle Minnerede]]
[[Kategorie:Quelle Streitgedicht]]

Aktuelle Version vom 26. Februar 2026, 19:47 Uhr

Liebe und Schönheit (B412)

AutorIn Anon.
Entstehungszeit Vor 1330/50
Entstehungsort
AuftraggeberIn
Überlieferung Karlsruhe, Landesbibliothek: Cod. K 408, 9r-10r
Straßburg, Stadtbibliothek: Cod. A 94, 16v und 23v-24v (verbrannt)
Ausgaben
Übersetzungen
Forschung Achnitz, Wolfgang: Liebe und Schönheit; Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden, S. 675-677

Inhalt

A Exposition (1–9)

Der Sprecher belauscht ein Streitgespräch zweier allegorischer Frauenfiguren, Liebe und Schönheit, die beide beanspruchen, den höheren Rang zu besitzen.

B Streitgespräch (10–118)

Die Schönheit beginnt und preist ihre Anziehungskraft: Alle Stände und Geschlechter begehrten sie, bei höfischen Spielen stehe sie stets im Mittelpunkt, sie entzünde Liebe und wecke Lust, weshalb ihr die Krone aller Freuden zustehe und die Liebe ihr weichen solle. Die Liebe antwortet erzürnt und nennt die äußere Schönheit trügerisch; ohne Tugend sei sie wertlos. Schöne Menschen seien oft hochmütig und verachteten die Klugen. Liebe hingegen wirke wohltätig, führe zu Gott, verleihe Beständigkeit und mache den Liebenden selbst schön. Schönheit ohne Liebe sei ehrlos und unbeständig. Daraufhin gibt die Schönheit ihren Anspruch auf, bittet um Vergebung und erklärt sich der Liebe untertan. Die Liebe verzeiht, tadelt sie aber weiter als unklug und verweist auf Menschen, die zugleich schön und tugendhaft seien und Hochmut verabscheuten.

C Nachspruch (119–126)

Der Nachspruch fasst die Gegensätze von Begehren und Tugend zusammen: Wer Ehre anstrebt, soll Tugend wählen; Gutes fällt den Guten zu, Schlechtes den Schlechten. Liebe führt den Menschen zu Gott, und der Text endet mit einer Bitte um göttliche Gnade.

(Ausführliche Inhaltszusammenfassung bei Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden, S. 675f.)