Ratschläge für einen Zaghaften (B421): Unterschied zwischen den Versionen

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==Inhalt==
===A Spaziergangseinleitung und Hasenjagd (1–41)===
Der Sprecher bricht nach einer frostigen, schlaflosen Nacht früh zur Hasenjagd auf. Trotz Fährte gelingt es ihm bis zum Nachmittag nicht, den Hasen zu stellen. Aus Ärger lässt er die Hunde frei und reitet ihnen nach.


===B Wegweisung zur Burg (42–83)===
Er erreicht einen großen Wald und erblickt auf einem Berg eine prachtvolle Burg. Ein aus dem Wald kommender Mann, den er für einen Förster hält, erklärt ihm, dies sei die Neuenburg, Wohnsitz von Frau Minne und ihrem Hofstaat, derzeit voller Gäste. Auf Nachfrage erfährt der Sprecher, dass die Burg allen offensteht. Er beschließt, die Jagd aufzugeben und stattdessen zu erkunden, wie das Feuer der Minne die Menschen entzündet.
===C Ankunft auf der Burg (84–105)===
Im Vorhof übergibt er sein Pferd dem Diener und betritt die Burg. In einem prächtigen Raum glaubt er sich im Paradies und sieht in einer Fensternische eine gekrönte, wunderschöne Frau und einen jungen Mann.
===D Belauschtes Gespräch (106–186)===
Die Frau fragt den jungen Mann nach seinem Neujahrsgeschenk für seine Geliebte. Er behauptet zunächst, keine zu haben, gesteht dann aber, dass er zwar eine Auserwählte habe, ihr seine Liebe jedoch nie gestanden habe. Die Frau tadelt seine Zaghaftigkeit: Eine Dame dürfe nicht den ersten Schritt tun. Er solle seine Chance nutzen, bevor ein anderer erfolgreich werbe. Der Mann schildert sein Verstummen vor der Geliebten. Die Frau – nun als Frau Minne erkennbar – warnt erneut vor Zögern, rät ihm, rasch Gewissheit zu suchen und nötigenfalls eine andere zu wählen. Nach einer letzten Ermahnung segnet sie ihn und verabschiedet sich.
===E Schlussbetrachtung und Neujahrsgruß (187–206)===
Der Sprecher erkennt, wie sehr der junge Mann nun von der Minne ergriffen ist, und sieht darin die Bestätigung von Frau Minnes Lehre: Wer seine Liebe nicht gesteht, betrügt sich selbst. Er hofft, dass alle treuen Liebenden erhört werden – auch er selbst – und schließt mit einem Neujahrsgruß an sich und sein Publikum.
(Ausführliche Inhaltszusammenfassung bei [[Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden]], S. 697f.)


[[Kategorie:Quelle Minnerede]]
[[Kategorie:Quelle Minnerede]]

Aktuelle Version vom 26. Februar 2026, 21:16 Uhr

Ratschläge für einen Zaghaften (B421); Newraitt

AutorIn Anon.
Entstehungszeit Überlieferung zweite Hälfte 15. Jahrhundert
Entstehungsort
AuftraggeberIn
Überlieferung London, British Library: Add. 24946, 122v-125r
Ausgaben Dorobantu, Julia/Klingner, Jacob/Lieb, Ludger (Hg.): Minnereden, S. 159-165
Übersetzungen
Forschung Klingner, Jacob: Ratschläge für einen Zaghaften; Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden, S. 696-698

Inhalt

A Spaziergangseinleitung und Hasenjagd (1–41)

Der Sprecher bricht nach einer frostigen, schlaflosen Nacht früh zur Hasenjagd auf. Trotz Fährte gelingt es ihm bis zum Nachmittag nicht, den Hasen zu stellen. Aus Ärger lässt er die Hunde frei und reitet ihnen nach.

B Wegweisung zur Burg (42–83)

Er erreicht einen großen Wald und erblickt auf einem Berg eine prachtvolle Burg. Ein aus dem Wald kommender Mann, den er für einen Förster hält, erklärt ihm, dies sei die Neuenburg, Wohnsitz von Frau Minne und ihrem Hofstaat, derzeit voller Gäste. Auf Nachfrage erfährt der Sprecher, dass die Burg allen offensteht. Er beschließt, die Jagd aufzugeben und stattdessen zu erkunden, wie das Feuer der Minne die Menschen entzündet.

C Ankunft auf der Burg (84–105)

Im Vorhof übergibt er sein Pferd dem Diener und betritt die Burg. In einem prächtigen Raum glaubt er sich im Paradies und sieht in einer Fensternische eine gekrönte, wunderschöne Frau und einen jungen Mann.

D Belauschtes Gespräch (106–186)

Die Frau fragt den jungen Mann nach seinem Neujahrsgeschenk für seine Geliebte. Er behauptet zunächst, keine zu haben, gesteht dann aber, dass er zwar eine Auserwählte habe, ihr seine Liebe jedoch nie gestanden habe. Die Frau tadelt seine Zaghaftigkeit: Eine Dame dürfe nicht den ersten Schritt tun. Er solle seine Chance nutzen, bevor ein anderer erfolgreich werbe. Der Mann schildert sein Verstummen vor der Geliebten. Die Frau – nun als Frau Minne erkennbar – warnt erneut vor Zögern, rät ihm, rasch Gewissheit zu suchen und nötigenfalls eine andere zu wählen. Nach einer letzten Ermahnung segnet sie ihn und verabschiedet sich.

E Schlussbetrachtung und Neujahrsgruß (187–206)

Der Sprecher erkennt, wie sehr der junge Mann nun von der Minne ergriffen ist, und sieht darin die Bestätigung von Frau Minnes Lehre: Wer seine Liebe nicht gesteht, betrügt sich selbst. Er hofft, dass alle treuen Liebenden erhört werden – auch er selbst – und schließt mit einem Neujahrsgruß an sich und sein Publikum.

(Ausführliche Inhaltszusammenfassung bei Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden, S. 697f.)