Der Ritterpreis (B467): Unterschied zwischen den Versionen

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==Inhalt==
===A Vergabe der Schwerter am Neujahrstag (1–282)===


Die Dame lobt zwölf vorbildliche Ritter für ihre Taten und Tugenden und verleiht ihnen jeweils ein namentlich bezeichnetes Schwert. Der erste Abschnitt ist verloren.
#Danach erhält Heinrich von Montabaur das Schwert „Nagelring“.
#Hermann von Saulheim wird für seine Herkunft und seinen Ruhm im Kreuzzug geehrt und erhält das Schwert „Rose“.
#Johann von Steinach, dessen Text stark beschädigt ist, erhält das Schwert „Namenlos“.
#Hermann von Hadamar wird besonders ausgezeichnet; die Dame will vor ihm niederknien, lobt seinen Einsatz in der Schlacht bei Worringen und überreicht ihm das Schwert mit großer Ehrerbietung.
#Dietrich von Reckenrod erhält das Schwert „Tod“, verbunden mit einem Vergleich zu einem anderen Ritter gleichen Namens.
#Ludwig von der Neuerburg wird so sehr gerühmt, dass die Dame vor Freude weint, bevor sie ihm das Schwert „Sachs“ übergibt.
#Markolf Rudele erhält das Schwert „Alcebile“.
#Werner Gutende, der seinen früheren Namen abgelegt hat und für seine Ritterfahrt gerühmt wird, erhält das Schwert „Schrecken“.
#Der Rheingraf Siegfried erhält das Schwert „Widegiz“.
#Friedrich Walbode, der in vielen Ländern gedient hat, erhält das Schwert „Spiegel“.
#Hermann von Helfenstein wird trotz seiner Jugend hervorgehoben und erhält das Schwert „Wilssunc“ als Ansporn, seine bereits bewiesene Ritterlichkeit weiter auszubauen.
Der Sprecher preist die Dame als vollkommen und erklärt, warum sie die Schwerter nicht an große Herren vergibt: Diese seien durch Geburt ausgezeichnet, während weniger Mächtige sich Ehre und Tugend erst erwerben müssten.
===B Vergabe des Kranzes am 2. Januar (283–410)===
Die Dame bittet den Sprecher um Rat, wem sie einen goldenen Kranz verleihen solle, der nur einem völlig untadeligen Ritter zukommen dürfe. Sie zweifelt an der heutigen Ritterschaft und wiederholt ihre Bitte mehrfach.
Der Sprecher zeigt sich erstaunt über ihre Zweifel, glaubt aber dennoch an die Tugend vieler Ritter und beschreibt schließlich ein Wappen, das die Dame als dasjenige Rüdigers von dem Werde erkennt.
Die Dame sucht den Ritter auf, schmückt ihn, setzt ihm den Kranz auf und ehrt ihn mit Kuss und Schal. Der Sprecher verweist mögliche Kritiker der Entscheidung an die Dame selbst.
===C Vergabe des Rings am 3. Januar (411–586)===
Am nächsten Morgen klagt die Dame über den Tod vieler vorbildlicher Ritter und trauert besonders um Wilhelm Lanthere, dessen Ring sie neu vergeben muss.
Da ein weiterer möglicher Kandidat ebenfalls verstorben ist, bittet sie den Sprecher mehrfach um Rat. Dieser will seine Entscheidung auf das Urteil verdienter Ritter stützen und nennt mehrere Gewährsleute, die sich einig seien.
Nach einem ausführlichen Lob des gesuchten Ritters beschreibt der Sprecher dessen Wappen, woraufhin die Dame ihn als Heinrich von Montabaur erkennt.
Sie kniet vor ihm, steckt ihm den Ring an und preist seine Herkunft. Der Sprecher verweist erneut alle Zweifler an die Dame, die die besten Gründe für ihre Wahl habe.
(Ausführliche Inhaltsangabe bei [[Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden]], Band 1, S. 848-851)


[[Kategorie:Quelle Minnerede]]
[[Kategorie:Quelle Minnerede]]

Aktuelle Version vom 13. März 2026, 10:36 Uhr

Der Ritterpreis (B467)

AutorIn Dichter der 'Schlacht bei Göllheim'; Pseudo-Zilies von Sayn
Entstehungszeit Überlieferung ab Anfang 14. Jahrhundert
Entstehungsort
AuftraggeberIn
Überlieferung Düsseldorf, Universitäts- und Landesbibliothek: Ms. frag. K 2: F 24, 2ra-2vb
Hannover, Landesbibliothek: Nachlass Eccard IV, 483, 240r-249r
Ausgaben
Übersetzungen
Forschung Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden, Band 1, S. 848-851

Inhalt

A Vergabe der Schwerter am Neujahrstag (1–282)

Die Dame lobt zwölf vorbildliche Ritter für ihre Taten und Tugenden und verleiht ihnen jeweils ein namentlich bezeichnetes Schwert. Der erste Abschnitt ist verloren.

  1. Danach erhält Heinrich von Montabaur das Schwert „Nagelring“.
  2. Hermann von Saulheim wird für seine Herkunft und seinen Ruhm im Kreuzzug geehrt und erhält das Schwert „Rose“.
  3. Johann von Steinach, dessen Text stark beschädigt ist, erhält das Schwert „Namenlos“.
  4. Hermann von Hadamar wird besonders ausgezeichnet; die Dame will vor ihm niederknien, lobt seinen Einsatz in der Schlacht bei Worringen und überreicht ihm das Schwert mit großer Ehrerbietung.
  5. Dietrich von Reckenrod erhält das Schwert „Tod“, verbunden mit einem Vergleich zu einem anderen Ritter gleichen Namens.
  6. Ludwig von der Neuerburg wird so sehr gerühmt, dass die Dame vor Freude weint, bevor sie ihm das Schwert „Sachs“ übergibt.
  7. Markolf Rudele erhält das Schwert „Alcebile“.
  8. Werner Gutende, der seinen früheren Namen abgelegt hat und für seine Ritterfahrt gerühmt wird, erhält das Schwert „Schrecken“.
  9. Der Rheingraf Siegfried erhält das Schwert „Widegiz“.
  10. Friedrich Walbode, der in vielen Ländern gedient hat, erhält das Schwert „Spiegel“.
  11. Hermann von Helfenstein wird trotz seiner Jugend hervorgehoben und erhält das Schwert „Wilssunc“ als Ansporn, seine bereits bewiesene Ritterlichkeit weiter auszubauen.

Der Sprecher preist die Dame als vollkommen und erklärt, warum sie die Schwerter nicht an große Herren vergibt: Diese seien durch Geburt ausgezeichnet, während weniger Mächtige sich Ehre und Tugend erst erwerben müssten.

B Vergabe des Kranzes am 2. Januar (283–410)

Die Dame bittet den Sprecher um Rat, wem sie einen goldenen Kranz verleihen solle, der nur einem völlig untadeligen Ritter zukommen dürfe. Sie zweifelt an der heutigen Ritterschaft und wiederholt ihre Bitte mehrfach. Der Sprecher zeigt sich erstaunt über ihre Zweifel, glaubt aber dennoch an die Tugend vieler Ritter und beschreibt schließlich ein Wappen, das die Dame als dasjenige Rüdigers von dem Werde erkennt. Die Dame sucht den Ritter auf, schmückt ihn, setzt ihm den Kranz auf und ehrt ihn mit Kuss und Schal. Der Sprecher verweist mögliche Kritiker der Entscheidung an die Dame selbst.

C Vergabe des Rings am 3. Januar (411–586)

Am nächsten Morgen klagt die Dame über den Tod vieler vorbildlicher Ritter und trauert besonders um Wilhelm Lanthere, dessen Ring sie neu vergeben muss. Da ein weiterer möglicher Kandidat ebenfalls verstorben ist, bittet sie den Sprecher mehrfach um Rat. Dieser will seine Entscheidung auf das Urteil verdienter Ritter stützen und nennt mehrere Gewährsleute, die sich einig seien. Nach einem ausführlichen Lob des gesuchten Ritters beschreibt der Sprecher dessen Wappen, woraufhin die Dame ihn als Heinrich von Montabaur erkennt. Sie kniet vor ihm, steckt ihm den Ring an und preist seine Herkunft. Der Sprecher verweist erneut alle Zweifler an die Dame, die die besten Gründe für ihre Wahl habe.

(Ausführliche Inhaltsangabe bei Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden, Band 1, S. 848-851)