Die Schule der Ehre (B481): Unterschied zwischen den Versionen

Aus Brevitas Wiki
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Keine Bearbeitungszusammenfassung
Keine Bearbeitungszusammenfassung
 
(Eine dazwischenliegende Version desselben Benutzers wird nicht angezeigt)
Zeile 8: Zeile 8:
| ausgaben          =  
| ausgaben          =  
| übersetzungen      =  
| übersetzungen      =  
| forschung          = [[Altenhöfer, Florian: Die Schule der Ehre]]; [[Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden]], S. 887-889
| forschung          = [[Altenhöfer, Florian: Die Schule der Ehre]]; [[Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden]], Band 1, S. 887-889


}}
}}
==Inhalt==
===A Ausritt (1–4)===
Der Sprecher muss wegen eines Geschäfts ausreiten und gelangt auf seinem Weg durch einen Wald, der ihm als Ort der Freude erscheint.


===B Lehrgespräch und Preis auf zwölf ältere Ritter (5–270)===
Im Wald trifft er an einem Fluss eine schöne alte Frau, offenbar eine Personifikation, die seit über dreißig Jahren eine „Schule der Ehre“ leitet. Diese Schule bildet Ritter im höfischen Verhalten aus und übertrifft nach ihrer Aussage alle berühmten Bildungsorte Europas. Da ihr die Arbeit zu viel geworden ist, hat sie die Zahl der Schüler auf zwölf reduziert, die ihre Ausbildung abgeschlossen und den „Thron der Ehre“ bestiegen haben. Sie nennt dem Sprecher ihre Namen und rühmt ihre Verdienste, besonders ihre ritterliche Haltung. Nach dem Ausscheiden dieser Schüler will sie die Schule schließen.
===C Preis auf zwölf jüngere Ritter (271–583)===
Der Sprecher überredet sie, die Schule fortzuführen, und schlägt sieben geeignete jüngere Ritter vor, die sie annimmt. Sie selbst ergänzt fünf weitere. Alle zwölf sind historisch bezeugte Adlige aus dem mittleren Rheinraum. Gemeinsam bilden sie die neue Generation der Schüler, die die Schule der Ehre weitertragen sollen.
===D ABC der Tugenden (584–810)===
Frau Ehre entwickelt ein Lehrprogramm, das der Sprecher zunächst als Schreiber festhält. Sie diktiert ein allegorisches ABC, in dem jeder Buchstabe für eine ritterliche Tugend steht. Die Zuordnungen wirken teils kunstvoll, teils konstruiert, und die Minne tritt gegenüber der Ehre zurück. Der Sprecher soll später gemeinsam mit ihr größere Werke verfassen, sobald die Schüler die Grundlagen beherrschen.
===E Schluss (811–852)===
Frau Ehre hofft, dass ihre Schüler ihr Bemühen würdigen, und bittet sie, sich nicht von den einfachen Anfängen entmutigen zu lassen. Sie verspricht ihnen, später die höchsten Künste zu lehren, darunter Arithmetik, Logik und Astronomie. Der Text endet offen mit ihrer Hoffnung auf das Gelingen ihres Vorhabens.
(Ausführliche Inhaltsangabe bei [[Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden]], Band 1, S. 887-889)


[[Kategorie:Quelle Minnerede]]
[[Kategorie:Quelle Minnerede]]
[[Kategorie:Quelle Preisrede]]
[[Kategorie:Quelle Preisrede]]

Aktuelle Version vom 13. März 2026, 11:01 Uhr

Die Schule der Ehre (B481)

AutorIn Anon.
Entstehungszeit Um 1331-1340
Entstehungsort
AuftraggeberIn
Überlieferung Berlin, Staatsbibliothek: Mgf 922, 42a-49vb
Ausgaben
Übersetzungen
Forschung Altenhöfer, Florian: Die Schule der Ehre; Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden, Band 1, S. 887-889

Inhalt

A Ausritt (1–4)

Der Sprecher muss wegen eines Geschäfts ausreiten und gelangt auf seinem Weg durch einen Wald, der ihm als Ort der Freude erscheint.

B Lehrgespräch und Preis auf zwölf ältere Ritter (5–270)

Im Wald trifft er an einem Fluss eine schöne alte Frau, offenbar eine Personifikation, die seit über dreißig Jahren eine „Schule der Ehre“ leitet. Diese Schule bildet Ritter im höfischen Verhalten aus und übertrifft nach ihrer Aussage alle berühmten Bildungsorte Europas. Da ihr die Arbeit zu viel geworden ist, hat sie die Zahl der Schüler auf zwölf reduziert, die ihre Ausbildung abgeschlossen und den „Thron der Ehre“ bestiegen haben. Sie nennt dem Sprecher ihre Namen und rühmt ihre Verdienste, besonders ihre ritterliche Haltung. Nach dem Ausscheiden dieser Schüler will sie die Schule schließen.

C Preis auf zwölf jüngere Ritter (271–583)

Der Sprecher überredet sie, die Schule fortzuführen, und schlägt sieben geeignete jüngere Ritter vor, die sie annimmt. Sie selbst ergänzt fünf weitere. Alle zwölf sind historisch bezeugte Adlige aus dem mittleren Rheinraum. Gemeinsam bilden sie die neue Generation der Schüler, die die Schule der Ehre weitertragen sollen.

D ABC der Tugenden (584–810)

Frau Ehre entwickelt ein Lehrprogramm, das der Sprecher zunächst als Schreiber festhält. Sie diktiert ein allegorisches ABC, in dem jeder Buchstabe für eine ritterliche Tugend steht. Die Zuordnungen wirken teils kunstvoll, teils konstruiert, und die Minne tritt gegenüber der Ehre zurück. Der Sprecher soll später gemeinsam mit ihr größere Werke verfassen, sobald die Schüler die Grundlagen beherrschen.

E Schluss (811–852)

Frau Ehre hofft, dass ihre Schüler ihr Bemühen würdigen, und bittet sie, sich nicht von den einfachen Anfängen entmutigen zu lassen. Sie verspricht ihnen, später die höchsten Künste zu lehren, darunter Arithmetik, Logik und Astronomie. Der Text endet offen mit ihrer Hoffnung auf das Gelingen ihres Vorhabens.

(Ausführliche Inhaltsangabe bei Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden, Band 1, S. 887-889)