Schloss Immer (B486): Unterschied zwischen den Versionen
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==Inhalt== | |||
===A Gespräch zweier Gesellen und Schlossallegorie (1–194)=== | |||
Zwei Gesellen sprechen über ihr Befinden. Der spätere Sprecher bekennt, eine tugendhafte Frau zu lieben, deren Lob er nicht auszuschöpfen vermag. Sein Freund fragt nach ihrer Gegenliebe, und der Sprecher beschreibt die Beziehung als gegenseitig und beständig. Der Freund warnt jedoch vor möglicher Untreue und rät, die Sinne wachsam zu gebrauchen. Der Sprecher verteidigt seine Geliebte und beschreibt sie allegorisch als ein von Dornen umgebenes, kostbares Schloss, in dem er für immer wohnen wolle. Sein Freund beharrt auf der Warnung und rät, die Dame auf die Probe zu stellen. Der Sprecher beschließt, sofort zu ihr aufzubrechen. | |||
===B Weg zum Schloss und Enttäuschung des verliebten Sprechers (195–369)=== | |||
Auf dem Weg spricht der Sprecher mit seinem Herzen, das ihm rät, zu Fuß zu gehen. Der vertraute Pfad ist jedoch verwildert. Erschöpft schläft er unter einem Baum ein und träumt, das Schloss sei zerstört und solle nicht „Immer“, sondern „Nimmer“ heißen. Erwacht folgt er der im Traum genannten Buche und erreicht das Schloss. Eine Magd verspottet ihn und weist ihn ab. Als er schließlich seine Dame sieht, erinnert er sie an ihre gegenseitigen Treueversprechen, doch sie weist ihn scharf zurück und verspottet ihn als unerfahren. Der Sprecher bricht in Klage aus und erklärt, sie habe ihm Herz, Freude und Verstand genommen und ihn zu einem lebenden Toten gemacht. | |||
===C Begegnung mit Frau Elend und Eintritt in ihren Dienst (370–530)=== | |||
Verzweifelt gelangt der Sprecher in einen dunklen Wald und begegnet Frau Elend, die ihr Leben im Leid verbringen will, nachdem sie von einem untreuen Geliebten betrogen wurde. Der Sprecher schildert ihr sein eigenes Unglück und übergibt ihr ein Schriftstück mit seiner Geschichte. Sie bietet ihm an, ihn in das „Buch der Elenden“ einzutragen, wenn er bereit sei, sich von der Welt abzuwenden und in ihrer Gemeinschaft zu bleiben. Er stimmt zu, und gemeinsam errichten sie das Haus „Trauern“, in dem sie mit einer allegorischen Dienerschaft aus Leid, Kummer und Sorge leben. | |||
===D Ankunft der Hofmeisterin der Minne (531–606)=== | |||
Bei einem Spaziergang gelangen Frau Elend und der Sprecher zu einem idyllischen Ort. Dort begegnen sie einer vornehmen Dame, die sich als Hofmeisterin der Frau Minne vorstellt. Da der Mai angebrochen sei, wolle Minne nun die Unbeständigen bestrafen. An dieser Stelle bricht der Text ab. | |||
(Ausführliche Inhaltsangabe bei [[Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden]], S. 912-914) | |||
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Aktuelle Version vom 13. März 2026, 11:11 Uhr
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Schloss Immer (B486); Das Schloss Immer | |
|---|---|
| AutorIn | Anon. |
| Entstehungszeit | Überlieferung ab 1470/71 |
| Entstehungsort | |
| AuftraggeberIn | |
| Überlieferung | Berlin, Staatsbibliothek: Mgf 488, 70v-82r Heidelberg, Universitätsbibliothek: Cpg 313, 375v-380v Leipzig, Universitätsbibliothek: Ms. Apel 8, 198v-211r London, British Library: Add. 24946, 114v-118r Prag, Knihovna Nárudniho muzea, Cod. X A 12, 55r-64v Trier, Stadtbibliothek: 1120/128a 4°, 27v-30v |
| Ausgaben | |
| Übersetzungen | |
| Forschung | Klingner, Jacob: Schloss Immer; Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden, S. 912-914 |
Inhalt
A Gespräch zweier Gesellen und Schlossallegorie (1–194)
Zwei Gesellen sprechen über ihr Befinden. Der spätere Sprecher bekennt, eine tugendhafte Frau zu lieben, deren Lob er nicht auszuschöpfen vermag. Sein Freund fragt nach ihrer Gegenliebe, und der Sprecher beschreibt die Beziehung als gegenseitig und beständig. Der Freund warnt jedoch vor möglicher Untreue und rät, die Sinne wachsam zu gebrauchen. Der Sprecher verteidigt seine Geliebte und beschreibt sie allegorisch als ein von Dornen umgebenes, kostbares Schloss, in dem er für immer wohnen wolle. Sein Freund beharrt auf der Warnung und rät, die Dame auf die Probe zu stellen. Der Sprecher beschließt, sofort zu ihr aufzubrechen.
B Weg zum Schloss und Enttäuschung des verliebten Sprechers (195–369)
Auf dem Weg spricht der Sprecher mit seinem Herzen, das ihm rät, zu Fuß zu gehen. Der vertraute Pfad ist jedoch verwildert. Erschöpft schläft er unter einem Baum ein und träumt, das Schloss sei zerstört und solle nicht „Immer“, sondern „Nimmer“ heißen. Erwacht folgt er der im Traum genannten Buche und erreicht das Schloss. Eine Magd verspottet ihn und weist ihn ab. Als er schließlich seine Dame sieht, erinnert er sie an ihre gegenseitigen Treueversprechen, doch sie weist ihn scharf zurück und verspottet ihn als unerfahren. Der Sprecher bricht in Klage aus und erklärt, sie habe ihm Herz, Freude und Verstand genommen und ihn zu einem lebenden Toten gemacht.
C Begegnung mit Frau Elend und Eintritt in ihren Dienst (370–530)
Verzweifelt gelangt der Sprecher in einen dunklen Wald und begegnet Frau Elend, die ihr Leben im Leid verbringen will, nachdem sie von einem untreuen Geliebten betrogen wurde. Der Sprecher schildert ihr sein eigenes Unglück und übergibt ihr ein Schriftstück mit seiner Geschichte. Sie bietet ihm an, ihn in das „Buch der Elenden“ einzutragen, wenn er bereit sei, sich von der Welt abzuwenden und in ihrer Gemeinschaft zu bleiben. Er stimmt zu, und gemeinsam errichten sie das Haus „Trauern“, in dem sie mit einer allegorischen Dienerschaft aus Leid, Kummer und Sorge leben.
D Ankunft der Hofmeisterin der Minne (531–606)
Bei einem Spaziergang gelangen Frau Elend und der Sprecher zu einem idyllischen Ort. Dort begegnen sie einer vornehmen Dame, die sich als Hofmeisterin der Frau Minne vorstellt. Da der Mai angebrochen sei, wolle Minne nun die Unbeständigen bestrafen. An dieser Stelle bricht der Text ab.
(Ausführliche Inhaltsangabe bei Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden, S. 912-914)