Klage (B489b): Unterschied zwischen den Versionen

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Die Seite wurde neu angelegt: „{{Infobox Einzeltext | namen = Klage (B489b); Wenschenborg B | autorin = Anon. | entstehungszeit = Überlieferung um 1400 | entstehungsort = | auftraggeberin = | überlieferung = Den Haag, Koninklijke Bibliotheek: 62va-62vb | ausgaben = | übersetzungen = | forschung = Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden, S. 918-921 }} Kategorie:Quelle Minnerede
 
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===A Rückkehr (1–16)===
Der Sprecher berichtet von seiner Rückkehr zu seiner Wenschenborg, die er zuvor sorgsam durch Vorsichtsmaßnahmen geschützt hatte. Nun stellt er fest, dass er von seinem eigenen Lehnsherrn — demjenigen, den er für seinen treuesten Freund hielt — aus der Burg vertrieben wurde. Dies erscheint ihm völlig unvernünftig, da er das Lehen stets treu verwaltet habe. Der Lehnsherr wisse genau, wie sehr die heimliche und öffentliche Begehrtheit der Burg den Sprecher belastet habe und wie sorgfältig er ihn darüber informiert habe. Welche Hilfe der Lehnsherr ihm tatsächlich geleistet habe, müsse dieser selbst beurteilen.


===B Vorgeschichte (17–32)===
Der Sprecher rekapituliert die bereits bekannte Situation: die Gefährdung der Burg, seine notwendige Abwesenheit und die Entscheidung, sie während dieser Zeit dem Lehnsherrn anzuvertrauen. Er betont, dass es nie seine Absicht gewesen sei, das Lehen aufzugeben. Vielmehr habe er es nach seiner Rückkehr weiterführen wollen.
===C Publikumsapostrophe (33–64)===
Der Sprecher beklagt, dass er nun von der Burg abgewiesen werde und die früher genossene hohe Freude verloren habe. Er wendet sich an sein Publikum — Ritter und Knappen, Frauen und Jungfrauen sowie alle, die ein Lehen nach geltendem Recht besitzen — und bittet sie, seinen unverschuldeten Verlust zu bedenken. Er betont, dass ihm das Lehen ordnungsgemäß übertragen worden sei und dass nun all seine Freude dahin sei. Am schmerzlichsten sei für ihn, dass der hohe Name der Wenschenborg verloren gehen solle. Er schließt mit der Bitte an alle guten Leute, dieses Beispiel im Gedächtnis zu behalten, falls ihnen selbst Ähnliches widerfahre.
(Ausführliche Inhaltsangabe bei [[Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden]], S. 918-921)


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Aktuelle Version vom 13. März 2026, 11:14 Uhr

Klage (B489b); Wenschenborg B

AutorIn Anon.
Entstehungszeit Überlieferung um 1400
Entstehungsort
AuftraggeberIn
Überlieferung Den Haag, Koninklijke Bibliotheek: Cod. 128 E 2, 62va-62vb
Ausgaben
Übersetzungen
Forschung Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden, S. 918-921

Inhalt

A Rückkehr (1–16)

Der Sprecher berichtet von seiner Rückkehr zu seiner Wenschenborg, die er zuvor sorgsam durch Vorsichtsmaßnahmen geschützt hatte. Nun stellt er fest, dass er von seinem eigenen Lehnsherrn — demjenigen, den er für seinen treuesten Freund hielt — aus der Burg vertrieben wurde. Dies erscheint ihm völlig unvernünftig, da er das Lehen stets treu verwaltet habe. Der Lehnsherr wisse genau, wie sehr die heimliche und öffentliche Begehrtheit der Burg den Sprecher belastet habe und wie sorgfältig er ihn darüber informiert habe. Welche Hilfe der Lehnsherr ihm tatsächlich geleistet habe, müsse dieser selbst beurteilen.

B Vorgeschichte (17–32)

Der Sprecher rekapituliert die bereits bekannte Situation: die Gefährdung der Burg, seine notwendige Abwesenheit und die Entscheidung, sie während dieser Zeit dem Lehnsherrn anzuvertrauen. Er betont, dass es nie seine Absicht gewesen sei, das Lehen aufzugeben. Vielmehr habe er es nach seiner Rückkehr weiterführen wollen.

C Publikumsapostrophe (33–64)

Der Sprecher beklagt, dass er nun von der Burg abgewiesen werde und die früher genossene hohe Freude verloren habe. Er wendet sich an sein Publikum — Ritter und Knappen, Frauen und Jungfrauen sowie alle, die ein Lehen nach geltendem Recht besitzen — und bittet sie, seinen unverschuldeten Verlust zu bedenken. Er betont, dass ihm das Lehen ordnungsgemäß übertragen worden sei und dass nun all seine Freude dahin sei. Am schmerzlichsten sei für ihn, dass der hohe Name der Wenschenborg verloren gehen solle. Er schließt mit der Bitte an alle guten Leute, dieses Beispiel im Gedächtnis zu behalten, falls ihnen selbst Ähnliches widerfahre.

(Ausführliche Inhaltsangabe bei Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden, S. 918-921)