Haus Freudenbach (B491): Unterschied zwischen den Versionen
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==Inhalt== | |||
===A Klage (1–50)=== | |||
Der Sprecher beklagt den Verlust seines Hauses Freudenbach, das ihm von der Minne oder der Geliebten anvertraut worden war. Beide seien einander Wächter und Meister gewesen. Obwohl er das Haus gut behütet habe, sei es ihm entrissen worden, sodass er nach Treuental fliehen musste, wo ihn Verzweiflung heimsuchte. Treue und Beständigkeit versprachen, bei ihm zu bleiben, doch Sorge, Angst und Zweifel bedrängen ihn und lassen ihn an seiner Rettung zweifeln. Hoffnung und Trost haben ihn verlassen, Reue und Jammer bedrücken ihn so sehr, dass er sich wie ein lebendiger Toter fühlt. | |||
===B Direkte Anreden an Liebe, Verstand und Heil (51–179)=== | |||
Der Sprecher wendet sich an seinen geliebten Meister und Wächter und wirft ihm vor, das Haus schlecht geschützt zu haben. Er zweifelt an dessen Zuneigung, da er durch ihn ins Unglück geraten sei, und wünscht sich, Freudenbach zurückzugewinnen. Er ruft seinen Verstand an, ihn vor Verzweiflung zu bewahren, doch dieser erklärt, selbst der Verzweiflung verfallen zu sein. Der Sprecher bittet ihn, zurückzukehren. Er klagt der Minne, ihr gegen seinen Willen folgen zu müssen; Wille, Begehren und süße Gedanken hätten ihn zu ihr geführt und auf Irrwege gebracht. Dennoch glaubt er, mit Mut, Willen und Geduld aus Trauertal entkommen zu können. Er weiß nicht, an wen er sich wenden soll, erkennt dann aber Amor als einzigen Helfer und bittet ihn um Beistand. Auch Frau Glück soll Amor beraten. | |||
===C Direkte Anrede des Sprechers an die Geliebte (180–195)=== | |||
Der Sprecher bittet seine Dame, ihm zu helfen, damit er seinen Besitz zurückerlangen kann. Sie solle den neuen Bewohner vertreiben, damit er Freudenbach wiedergewinne. | |||
(Ausführliche Inhaltsangabe bei [[Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden]], S. 921f.) | |||
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Aktuelle Version vom 13. März 2026, 11:15 Uhr
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Haus Freudenbach (B491) | |
|---|---|
| AutorIn | Anon. |
| Entstehungszeit | Überlieferung Ende 14. Jhd. |
| Entstehungsort | |
| AuftraggeberIn | |
| Überlieferung | Den Haag, Koninklijke Bibliotheek: Cod. 128 E 2, 7ra-8rb |
| Ausgaben | |
| Übersetzungen | |
| Forschung | Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden, S. 921f. |
Inhalt
A Klage (1–50)
Der Sprecher beklagt den Verlust seines Hauses Freudenbach, das ihm von der Minne oder der Geliebten anvertraut worden war. Beide seien einander Wächter und Meister gewesen. Obwohl er das Haus gut behütet habe, sei es ihm entrissen worden, sodass er nach Treuental fliehen musste, wo ihn Verzweiflung heimsuchte. Treue und Beständigkeit versprachen, bei ihm zu bleiben, doch Sorge, Angst und Zweifel bedrängen ihn und lassen ihn an seiner Rettung zweifeln. Hoffnung und Trost haben ihn verlassen, Reue und Jammer bedrücken ihn so sehr, dass er sich wie ein lebendiger Toter fühlt.
B Direkte Anreden an Liebe, Verstand und Heil (51–179)
Der Sprecher wendet sich an seinen geliebten Meister und Wächter und wirft ihm vor, das Haus schlecht geschützt zu haben. Er zweifelt an dessen Zuneigung, da er durch ihn ins Unglück geraten sei, und wünscht sich, Freudenbach zurückzugewinnen. Er ruft seinen Verstand an, ihn vor Verzweiflung zu bewahren, doch dieser erklärt, selbst der Verzweiflung verfallen zu sein. Der Sprecher bittet ihn, zurückzukehren. Er klagt der Minne, ihr gegen seinen Willen folgen zu müssen; Wille, Begehren und süße Gedanken hätten ihn zu ihr geführt und auf Irrwege gebracht. Dennoch glaubt er, mit Mut, Willen und Geduld aus Trauertal entkommen zu können. Er weiß nicht, an wen er sich wenden soll, erkennt dann aber Amor als einzigen Helfer und bittet ihn um Beistand. Auch Frau Glück soll Amor beraten.
C Direkte Anrede des Sprechers an die Geliebte (180–195)
Der Sprecher bittet seine Dame, ihm zu helfen, damit er seinen Besitz zurückerlangen kann. Sie solle den neuen Bewohner vertreiben, damit er Freudenbach wiedergewinne.
(Ausführliche Inhaltsangabe bei Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden, S. 921f.)