Der Blumengarten (B499): Unterschied zwischen den Versionen
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==Inhalt== | |||
=== A Spaziergangseinleitung (1–62) === | |||
Nach einem ausführlichen Natureingang über den Mai, der den Winter vertreibt und Wachstum bringt, berichtet der Sprecher von einem Spaziergang auf einem vertrauten Weg zu einer Wiese. Ein blumenreicher Hag und intensiver Vogelgesang ziehen ihn an. Er gelangt zu drei Bäumen, die von einer weiß gefassten, grün‑schwarz verzierten Mauer umschlossen sind. Auf der Suche nach dem Besitzer des Gartens geht er um die Mauer herum und entdeckt durch eine halb geöffnete Tür eine ihm bekannte, sichtlich traurige Dame namens Helein, die er ehrerbietig grüßt. | |||
=== B Gespräch (63–144) === | |||
Auf seine Nachfrage nach der Ursache ihrer Trauer und seinem Angebot, ihr zu helfen, vertraut sich die Dame an: Der Garten gehöre ihr, und sie habe dort viele Pflanzen gezogen, um sich an ihnen zu erfreuen. Nun aber seien bitterer Wermut und Giftschlangen eingedrungen und hätten die Gewächse so geschädigt, dass sie deren Untergang fürchte. Der Sprecher rät ihr, einen Mann zu suchen, der den Garten verantwortungsvoll pflegt, doch sie lehnt ab, da die Pflanzen bereits weitgehend verdrängt oder zerstört seien. Sie schmücke nur noch die Außenseite der Mauer, um die innere Verwüstung vor der Schadenfreude untreuer Menschen zu verbergen. Auf die Frage nach dem Urheber des Schadens berichtet sie von Gerüchten, ein Mann habe ihr Unglück verursacht, obwohl sie ihm stets treu gewesen sei. Der Sprecher verflucht den Verursacher und wünscht, dass dessen Glück vergehe und seine Ernte zunichte werde. | |||
(Ausführliche Inhaltsangabe bei [[Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden]], Band 1, S. 935f.) | |||
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Aktuelle Version vom 20. März 2026, 21:35 Uhr
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Der Blumengarten (B499) | |
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| AutorIn | |
| Entstehungszeit | |
| Entstehungsort | |
| AuftraggeberIn | |
| Überlieferung | Wien, Österreichische Nationalbibliothek: 2959, 1r-3v; 9v |
| Ausgaben | Dorobantu, Julia/Klingner, Jacob/Lieb, Ludger (Hg.): Minnereden, S. 247-252 |
| Übersetzungen | |
| Forschung | Klingner, Jacob: Der Blumengarten; Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden, Band 1, S. 935f. |
Inhalt
A Spaziergangseinleitung (1–62)
Nach einem ausführlichen Natureingang über den Mai, der den Winter vertreibt und Wachstum bringt, berichtet der Sprecher von einem Spaziergang auf einem vertrauten Weg zu einer Wiese. Ein blumenreicher Hag und intensiver Vogelgesang ziehen ihn an. Er gelangt zu drei Bäumen, die von einer weiß gefassten, grün‑schwarz verzierten Mauer umschlossen sind. Auf der Suche nach dem Besitzer des Gartens geht er um die Mauer herum und entdeckt durch eine halb geöffnete Tür eine ihm bekannte, sichtlich traurige Dame namens Helein, die er ehrerbietig grüßt.
B Gespräch (63–144)
Auf seine Nachfrage nach der Ursache ihrer Trauer und seinem Angebot, ihr zu helfen, vertraut sich die Dame an: Der Garten gehöre ihr, und sie habe dort viele Pflanzen gezogen, um sich an ihnen zu erfreuen. Nun aber seien bitterer Wermut und Giftschlangen eingedrungen und hätten die Gewächse so geschädigt, dass sie deren Untergang fürchte. Der Sprecher rät ihr, einen Mann zu suchen, der den Garten verantwortungsvoll pflegt, doch sie lehnt ab, da die Pflanzen bereits weitgehend verdrängt oder zerstört seien. Sie schmücke nur noch die Außenseite der Mauer, um die innere Verwüstung vor der Schadenfreude untreuer Menschen zu verbergen. Auf die Frage nach dem Urheber des Schadens berichtet sie von Gerüchten, ein Mann habe ihr Unglück verursacht, obwohl sie ihm stets treu gewesen sei. Der Sprecher verflucht den Verursacher und wünscht, dass dessen Glück vergehe und seine Ernte zunichte werde.
(Ausführliche Inhaltsangabe bei Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden, Band 1, S. 935f.)