Die Brackenjagd (B507): Unterschied zwischen den Versionen
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=== A Monolog (1–32) === | |||
Auf der Hetzjagd nach einem allegorisch nicht näher bestimmten Wild offenbart ein Bracke seine Gefühle und Wünsche. Die Allegorie bleibt bewusst schwebend, da unklar bleibt, ob der Hund für Liebe, Herz oder etwas anderes steht und sich Real- und Bildebene ständig mischen. Der Bracke ruft seine angebetete Dame an, ihm Lohn für seine rechte Jagd zu gewähren, und preist ihre Schönheit. Er betont, dass er kein anderes Wild lieber jagen würde, nie aufgeben wolle und selbst auf schlechten Wegen noch Blumen und Klee sehe. Schmerzen empfinde er beim Hetzen nicht, doch beklagt er seinen ausbleibenden Erfolg: Die Spur der Minne liege weiter entfernt als Rom. Kein Weg sei jedoch zu lang für einen guten Jagdhund. Leiste die Dame ihm zu großen Widerstand, verkürze sie sein Leben; die Aussicht auf einen Kuss ihres roten Mundes treibe ihn bis an die Grenze des Todes. | |||
=== B Werbungsgespräch (33–46) === | |||
Ein kurzer Dialog folgt unvermittelt und begleitet den allegorischen Jagdvorgang auf der literalen Ebene: Die Dame fordert den Jäger auf, seinen Hund einzufangen. Es entspinnt sich ein rhetorisch zugespitztes Rede‑ und Gegenredespiel, das Motive des Monologs aufgreift – Schmerzen des Hundes, Wegbeschaffenheit, Spurenverwischung. Wie im Monolog, der nicht völlig hoffnungslos endet, zeigt sich die Dame schließlich zugänglicher und beschließt das Gespräch mit der verheißungsvollen Erlaubnis, den Hund weiterlaufen zu lassen, da ihm vielleicht Ehre zuteilwerde. | |||
(Ausführliche Inhaltszusammenfassung bei [[Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden]], Band 1, S. 951f.) | |||
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Aktuelle Version vom 20. März 2026, 22:06 Uhr
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Die Brackenjagd (B507) | |
|---|---|
| AutorIn | Anon. |
| Entstehungszeit | Mitte 14. Jhd. |
| Entstehungsort | Ripuarisch |
| AuftraggeberIn | |
| Überlieferung | Karlsruhe, Landesbibliothek: Cod. Donaueschingen 104, 137va-138vb |
| Ausgaben | |
| Übersetzungen | |
| Forschung | Malm, Mike: Die Brackenjagd; Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden, Band 1, S. 951f. |
Inhalt
A Monolog (1–32)
Auf der Hetzjagd nach einem allegorisch nicht näher bestimmten Wild offenbart ein Bracke seine Gefühle und Wünsche. Die Allegorie bleibt bewusst schwebend, da unklar bleibt, ob der Hund für Liebe, Herz oder etwas anderes steht und sich Real- und Bildebene ständig mischen. Der Bracke ruft seine angebetete Dame an, ihm Lohn für seine rechte Jagd zu gewähren, und preist ihre Schönheit. Er betont, dass er kein anderes Wild lieber jagen würde, nie aufgeben wolle und selbst auf schlechten Wegen noch Blumen und Klee sehe. Schmerzen empfinde er beim Hetzen nicht, doch beklagt er seinen ausbleibenden Erfolg: Die Spur der Minne liege weiter entfernt als Rom. Kein Weg sei jedoch zu lang für einen guten Jagdhund. Leiste die Dame ihm zu großen Widerstand, verkürze sie sein Leben; die Aussicht auf einen Kuss ihres roten Mundes treibe ihn bis an die Grenze des Todes.
B Werbungsgespräch (33–46)
Ein kurzer Dialog folgt unvermittelt und begleitet den allegorischen Jagdvorgang auf der literalen Ebene: Die Dame fordert den Jäger auf, seinen Hund einzufangen. Es entspinnt sich ein rhetorisch zugespitztes Rede‑ und Gegenredespiel, das Motive des Monologs aufgreift – Schmerzen des Hundes, Wegbeschaffenheit, Spurenverwischung. Wie im Monolog, der nicht völlig hoffnungslos endet, zeigt sich die Dame schließlich zugänglicher und beschließt das Gespräch mit der verheißungsvollen Erlaubnis, den Hund weiterlaufen zu lassen, da ihm vielleicht Ehre zuteilwerde.
(Ausführliche Inhaltszusammenfassung bei Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden, Band 1, S. 951f.)