Die Jagd (B509): Unterschied zwischen den Versionen
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=== A Spaziergangseinleitung (1–21) === | |||
Eine schöne adlige Dame mit rosenrotem Mund kommt zum Sprecher und begleitet ihn auf einem Spaziergang durch den Wald. Dort sehen sie eine edle Jägerin, die mit ihren Hunden spielt. Die beiden Beobachter bleiben unsichtbar für die Jagenden; die Ebenen von Beobachtung und allegorischem Jagdgeschehen sind klar getrennt. | |||
=== B Jagd der Gerechtigkeit (22–75) === | |||
Ein Jäger kündigt der Jägerin den Beginn der Jagd an. Sie lässt ihren Hund bringen, ein schneller Hirsch erscheint, und sie ordnet ihre Hunde: Staete, Hoffnung, Wohltun, Großer Wille und Trost, der mit Treue herbeiläuft. Der Sprecher versteht die Szene nicht, doch seine Begleiterin erklärt, die Jägerin sei Frau Gerechtigkeit, die mit Treue, Beständigkeit, Hoffnung, Hilfe, Wohltun und Ehre zur Jagd aufgebrochen sei. Der Hirsch ist inzwischen müde und von den Hunden umringt. | |||
=== C Störung durch Herrn Unrecht (76–126) === | |||
Ein weiterer Jäger erscheint mit sechs großen Hunden. Der Hirsch flieht erneut, und die Jägerin folgt ihm. Der fremde Jäger behindert sie bewusst, bis ihre Hunde erschöpft sind und sie die Jagd abbrechen muss. Er heißt Unrecht und lässt seine ausgeruhten Hunde auf die Fährte. Die Begleiterin des Sprechers erklärt, dass Unrecht in der Welt oft vor der Gerechtigkeit jage. Frau Gerechtigkeit verfolgt den Hirsch weiter, doch am entscheidenden Moment steht bereits der Leithund des Unrechts beim Wild. Sie muss sich klagend zurückziehen, da Unrecht den Vorrang hat. | |||
=== D Auslegung der Jagd des Unrechts und Tugendklage (127–176) === | |||
Die Begleiterin nennt die Hunde des Unrechts: Schönes Grüßen, Wankelmut, Hinterlist, Lügner, Raunen und Schalk. Unrecht selbst rühmt ihre Fähigkeiten. Auf Nachfrage erklärt sie, der Jäger heiße Herr Unrecht und könne tun, was er wolle, da Ungerechtigkeit an vielen Höfen herrsche. | |||
=== E Schluss (177–180) === | |||
Der Sprecher warnt Frauen, Jungfrauen, Ritter und Knappen vor dem Unrecht und rät ihnen, stets an der Seite von Frau Gerechtigkeit zu jagen. | |||
(Ausführliche Inhaltsangabe bei [[Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden]], Band 1, S. 954f.) | |||
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Aktuelle Version vom 20. März 2026, 22:13 Uhr
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Die Jagd (B509) | |
|---|---|
| AutorIn | Anon. |
| Entstehungszeit | 1405-08 |
| Entstehungsort | |
| AuftraggeberIn | |
| Überlieferung | Brüssel, KBR 15589-623, 52vb-53vb |
| Ausgaben | |
| Übersetzungen | |
| Forschung | Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden, Band 1, S. 954f. |
Inhalt
A Spaziergangseinleitung (1–21)
Eine schöne adlige Dame mit rosenrotem Mund kommt zum Sprecher und begleitet ihn auf einem Spaziergang durch den Wald. Dort sehen sie eine edle Jägerin, die mit ihren Hunden spielt. Die beiden Beobachter bleiben unsichtbar für die Jagenden; die Ebenen von Beobachtung und allegorischem Jagdgeschehen sind klar getrennt.
B Jagd der Gerechtigkeit (22–75)
Ein Jäger kündigt der Jägerin den Beginn der Jagd an. Sie lässt ihren Hund bringen, ein schneller Hirsch erscheint, und sie ordnet ihre Hunde: Staete, Hoffnung, Wohltun, Großer Wille und Trost, der mit Treue herbeiläuft. Der Sprecher versteht die Szene nicht, doch seine Begleiterin erklärt, die Jägerin sei Frau Gerechtigkeit, die mit Treue, Beständigkeit, Hoffnung, Hilfe, Wohltun und Ehre zur Jagd aufgebrochen sei. Der Hirsch ist inzwischen müde und von den Hunden umringt.
C Störung durch Herrn Unrecht (76–126)
Ein weiterer Jäger erscheint mit sechs großen Hunden. Der Hirsch flieht erneut, und die Jägerin folgt ihm. Der fremde Jäger behindert sie bewusst, bis ihre Hunde erschöpft sind und sie die Jagd abbrechen muss. Er heißt Unrecht und lässt seine ausgeruhten Hunde auf die Fährte. Die Begleiterin des Sprechers erklärt, dass Unrecht in der Welt oft vor der Gerechtigkeit jage. Frau Gerechtigkeit verfolgt den Hirsch weiter, doch am entscheidenden Moment steht bereits der Leithund des Unrechts beim Wild. Sie muss sich klagend zurückziehen, da Unrecht den Vorrang hat.
D Auslegung der Jagd des Unrechts und Tugendklage (127–176)
Die Begleiterin nennt die Hunde des Unrechts: Schönes Grüßen, Wankelmut, Hinterlist, Lügner, Raunen und Schalk. Unrecht selbst rühmt ihre Fähigkeiten. Auf Nachfrage erklärt sie, der Jäger heiße Herr Unrecht und könne tun, was er wolle, da Ungerechtigkeit an vielen Höfen herrsche.
E Schluss (177–180)
Der Sprecher warnt Frauen, Jungfrauen, Ritter und Knappen vor dem Unrecht und rät ihnen, stets an der Seite von Frau Gerechtigkeit zu jagen.
(Ausführliche Inhaltsangabe bei Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden, Band 1, S. 954f.)