Minnelehre (B516): Unterschied zwischen den Versionen

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==Inhalt==
=== 4. Hochmut (1–38) ===
Der Sprecher tadelt den Hochmut junger Männer, die sich aufgrund ihres Standes oder Reichtums über andere erheben und damit Jungfrauen ins Unglück stürzen. Dreimal betont er, dass „stolzeyde“ nicht zur rechten Minne gehört. Stattdessen fordert er wahre Hochgesinnung, Demut und Treue als Grundtugenden der Liebe. Die Passage ist nüchtern, lehrhaft und ohne persönliche Betroffenheit formuliert.


=== 5. Unhöfische Rede (39–79) ===
Mit Rückgriff auf Autoritäten wie König Salomon verurteilt der Sprecher unhöfische, verletzende Rede. Wer sich unter Wölfe mischt, müsse mit ihnen heulen — ein Sprichwort, das die Gefahr schlechter Gesellschaft unterstreicht. Als Gegenpol stellt er den „höfischen Mund“ heraus, also maßvolle, edle und kontrollierte Sprache als Tugend der Minne.
=== 6. Streit (80–94) ===
Im letzten erhaltenen Abschnitt wendet sich der Sprecher gegen Streitlust und Zwietracht („gebaych“). Auch hier verweist er vermutlich erneut auf Salomon, um seine moralische Position zu stützen. Kurz bevor er die entsprechende Tugend — vermutlich Frieden, Maß oder Sanftmut — benennen kann, bricht der Text ab.
(Ausführliche Inhaltsangabe bei [[Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden]], S. 977.)


[[Kategorie:Quelle Minnerede]]
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Aktuelle Version vom 20. März 2026, 22:26 Uhr

Minnelehre (B516)

AutorIn Anon.
Entstehungszeit Überlieferung 14./15. Jhd.
Entstehungsort
AuftraggeberIn
Überlieferung Berlin, Staatsbibliothek: Mgq 648, 2ra-2vb
Ausgaben
Übersetzungen
Forschung Klingner, Jakob: Minnelehre; Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden, S. 977

Inhalt

4. Hochmut (1–38)

Der Sprecher tadelt den Hochmut junger Männer, die sich aufgrund ihres Standes oder Reichtums über andere erheben und damit Jungfrauen ins Unglück stürzen. Dreimal betont er, dass „stolzeyde“ nicht zur rechten Minne gehört. Stattdessen fordert er wahre Hochgesinnung, Demut und Treue als Grundtugenden der Liebe. Die Passage ist nüchtern, lehrhaft und ohne persönliche Betroffenheit formuliert.

5. Unhöfische Rede (39–79)

Mit Rückgriff auf Autoritäten wie König Salomon verurteilt der Sprecher unhöfische, verletzende Rede. Wer sich unter Wölfe mischt, müsse mit ihnen heulen — ein Sprichwort, das die Gefahr schlechter Gesellschaft unterstreicht. Als Gegenpol stellt er den „höfischen Mund“ heraus, also maßvolle, edle und kontrollierte Sprache als Tugend der Minne.

6. Streit (80–94)

Im letzten erhaltenen Abschnitt wendet sich der Sprecher gegen Streitlust und Zwietracht („gebaych“). Auch hier verweist er vermutlich erneut auf Salomon, um seine moralische Position zu stützen. Kurz bevor er die entsprechende Tugend — vermutlich Frieden, Maß oder Sanftmut — benennen kann, bricht der Text ab.

(Ausführliche Inhaltsangabe bei Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden, S. 977.)