Werbungsgespräch (Z43): Unterschied zwischen den Versionen

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Der Sprecher begrüßt eine junge Dame, die er durchgehend als „zart“ bezeichnet, und stellt ihr ohne Umschweife eine Frage zu den Ursachen plötzlicher Liebe zwischen Fremden. Er begründet seine Frage mit ihren vermeintlich feinen Kenntnissen der Natur. Die Dame weist dies zurück und betont ihre Unwissenheit. Der Sprecher entschuldigt seine Direktheit mit ihrer Schönheit, die viele Herzen verwundet habe. Spöttisch nennt die Dame „Gleichheit“ in Natur, Temperament und Gestalt als Ursache der Liebe. Der Sprecher geht darauf nicht ein, sondern bekennt seine eigenen Gefühle und nennt weitere Ursachen der Liebe: den Pfeil der Venus und die Quelle der Minne. Er klagt über die vielen Wunden, die Venus ihm zugefügt habe, und über sein Schweigen. Die Dame fragt provokativ nach Einzelheiten seiner Minnewunden und betont erneut ihre Unschuld. Der Sprecher gesteht, dass die Geliebte – in Stellvertretung für die Dame – seit Jahren in seinem Herzen wohne und dass er ihr dienen wolle, ohne jedoch auszusprechen, dass sie selbst gemeint ist. Die Dame reagiert mit den üblichen Zweifeln an seiner Ehrlichkeit und erklärt ihn für unwürdig. Er verweist erneut auf ihre süße Gestalt, bittet um ein freundliches Wort und greift spielerisch Tristan-Formeln auf, die er mit einer pragmatischen Sentenz kontrastiert. Die Dame beharrt auf ihrer Unschuld und fordert ihn auf, sein Glück anderswo zu suchen. Der Sprecher beteuert weiter, sterben zu müssen, wenn er nicht erhört werde, und versichert ewigen Dienst sowie höchste Wertschätzung. Doch die Dame bleibt unnachgiebig, schickt ihn in seine Heimat zurück und beendet das Gespräch mit formelhaften Wendungen.
(Ausführliche Inhaltsangabe bei [[Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden]], S. 1037-1039)


[[Kategorie:Quelle Minnerede]]
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[[Kategorie:Quelle Streitgedicht]]
[[Kategorie:Quelle Streitgedicht]]

Aktuelle Version vom 7. April 2026, 19:59 Uhr

Werbungsgespräch (Z43)

AutorIn Anon.
Entstehungszeit Überlieferung erste Hälfte des 16. Jahrhunderts
Entstehungsort
AuftraggeberIn
Überlieferung Berlin, Staatsbibliothek: Mgf 755, 1r-3v
Ausgaben
Übersetzungen
Forschung Klingner, Jacob: Werbungsgespräch; Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden, S. 1037-1039

Inhalt

Der Sprecher begrüßt eine junge Dame, die er durchgehend als „zart“ bezeichnet, und stellt ihr ohne Umschweife eine Frage zu den Ursachen plötzlicher Liebe zwischen Fremden. Er begründet seine Frage mit ihren vermeintlich feinen Kenntnissen der Natur. Die Dame weist dies zurück und betont ihre Unwissenheit. Der Sprecher entschuldigt seine Direktheit mit ihrer Schönheit, die viele Herzen verwundet habe. Spöttisch nennt die Dame „Gleichheit“ in Natur, Temperament und Gestalt als Ursache der Liebe. Der Sprecher geht darauf nicht ein, sondern bekennt seine eigenen Gefühle und nennt weitere Ursachen der Liebe: den Pfeil der Venus und die Quelle der Minne. Er klagt über die vielen Wunden, die Venus ihm zugefügt habe, und über sein Schweigen. Die Dame fragt provokativ nach Einzelheiten seiner Minnewunden und betont erneut ihre Unschuld. Der Sprecher gesteht, dass die Geliebte – in Stellvertretung für die Dame – seit Jahren in seinem Herzen wohne und dass er ihr dienen wolle, ohne jedoch auszusprechen, dass sie selbst gemeint ist. Die Dame reagiert mit den üblichen Zweifeln an seiner Ehrlichkeit und erklärt ihn für unwürdig. Er verweist erneut auf ihre süße Gestalt, bittet um ein freundliches Wort und greift spielerisch Tristan-Formeln auf, die er mit einer pragmatischen Sentenz kontrastiert. Die Dame beharrt auf ihrer Unschuld und fordert ihn auf, sein Glück anderswo zu suchen. Der Sprecher beteuert weiter, sterben zu müssen, wenn er nicht erhört werde, und versichert ewigen Dienst sowie höchste Wertschätzung. Doch die Dame bleibt unnachgiebig, schickt ihn in seine Heimat zurück und beendet das Gespräch mit formelhaften Wendungen.

(Ausführliche Inhaltsangabe bei Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden, S. 1037-1039)