Jesuiter (Enoch Widman): Unterschied zwischen den Versionen
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Aktuelle Version vom 11. September 2026, 16:48 Uhr
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Jesuiter | |
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| AutorIn | Enoch Widman |
| Entstehungszeit | 1596 |
| Entstehungsort | Hof |
| AuftraggeberIn | |
| Überlieferung | Vgl. Chronik der Stadt Hof (Enoch Widman) |
| Ausgaben | Vgl. Chronik der Stadt Hof (Enoch Widman) |
| Übersetzungen | |
| Forschung | |
Text
[1] Zu dieser zeit[2] hat sich auch ein jesuitischer schelm, der sich Simon Clement von Schweidnitz in der Schlesien genant, ettlich wochen lang allhie uffgehalten, welcher, indem er in lateinischer sprach ettwas beschwatzt und weil er bei unser stad ein neuer vogel, vom Superintendenten, seinem eidam magister Gassern und dem stadschreiber unserer schulen zu einem locaten mit gewalt hat wollen uffgeseilet werden, unbetrachtet, was ein solcher schelm bei der studirenden jugent für ergernus und corruptelen hette einfuhren mögen und man nicht wissen können, von weme und warzu er hihero geschicket worden. Solches haben mehrerßtheils aus eim erbarn rath neben mir dem Schulmeister und conrectore widersprochen, dadurch gemelter Jesuiter, welcher umb allerlei bösen Verdachts willen den 6. decembris gefenglich verhafftet würde, nach wenig tagen sich endtlich [S. 513] widerumb trollen mussen, doch also, daß er seinem wirth, Matthaeo Pfeilschmid, buchdruckern, der ihn anfangs beherberget, ein böß tranckgelt hinterlassen, denn sobald er von ihme abgeschiden und bei dem langen Georgen sowol Philip Raitel uff seiner beförderer Vorschub herberg bekommen, ist seine einige tochter, eine sehr schöne züchtige jungfrau, ihrer sinn lange zeit beraubet worden und hat nur über den teuffels Jesuiter gcschrien, vermutlich, er hett ihr im trunck ein philtrum beigebracht. Darbei unsere burger zu lernen, daß nicht alles gut, was frembd ist, und daß das brot nach dem alten Sprichwort an frembden kindern und hunden gemeiniglich übel angewendet werde.
Haec cum scripsissem die 18. aprilis anni 1600,[3] rumor certus spargebatur, quem res ipsa confirmabat, hunc nebulonem prope vicinum pagum Isaar a canibus discerptum et a volucribus vel feris devoratum esse nil remanente praeter cranium ossa et laceras vestes et testimonium papisticum cum tribus cantilenis Germanicis impudicis. Utrum autem a canibus seu lupis dilaceratus an vero ab homicidis occisus sit vel etiam in ebrietate per hyemis vim perierit, latet.
Anmerkungen
- ↑ Zitiert nach Rösler, Maria (Hg.): Enoch Widman, S. 512f. Marginalie: "Jesuiter".
- ↑ 1599
- ↑ Marginalie: "Cernit deus omnia vindex".