Von Frauen und Jungfrauen (B416): Unterschied zwischen den Versionen

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==Inhalt==
===A Eingangssituation (1–9)===
Der Sprecher gelangt auf einen großen Anger und belauscht ein Streitgespräch zwischen einer Frau, die als verheiratet und mütterlich markiert ist, und einer Jungfrau, die für Unverheiratetsein, Kinderlosigkeit und Keuschheit steht; beide beanspruchen den höheren Rang.


===B Belauschtes Streitgespräch (10–114)===
Die Frau betont ihren Vorrang, weil sie einem Mann auch körperliche Freude schenke. Die Jungfrau hält sich für würdiger, da ihre Beständigkeit Gott gefalle; sie beschreibt sich mit Blumenbildern als reinen Duft und unberührten Garten und betont ihre Gemeinschaft mit Menschen reinen Herzens. Die Frau preist sich als makellose, beständige Frucht und warnt die Jungfrau vor Hochmut. Diese erwidert, sie sei Gold und die Frau nur Zinn, ein Spiegel göttlicher Anschauung, während die Frau ein Schrein sei, der eine vom Mann stammende Frucht berge. Die Frau nennt sich Mutter der Christenheit und führt aus, dass aus ihr alle Menschen hervorgehen, auch Jungfrauen, alle Stände, sogar Papst und Bauer; ihre Frucht nütze vielen Seelen. Die Jungfrau verweist darauf, dass eine Jungfrau Gott geboren habe, was einer verheirateten Frau nicht möglich gewesen sei, und beschreibt sich erneut als Garten göttlicher Gegenwart. Die Frau beruft sich auf ein Herrenwort, das ihre Würde bestätige, während die Jungfrau ein Sprichwort anführt, das die Jungfrau und das Ehrenwort als höchsten Schatz bezeichnet.
===C Schlussurteil (115–124)===
Der Sprecher tritt hervor und bietet an, den Streit zu entscheiden. Sein Urteil versöhnt beide Positionen: Frauen und Jungfrauen seien Gott und der Welt gleichermaßen angenehm.
(Ausführliche Inhaltszusammenfassung bei [[Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden]], S. 685f.)


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[[Kategorie:Quelle Streitgedicht]]
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Aktuelle Version vom 26. Februar 2026, 20:09 Uhr

Von Frauen und Jungfrauen (B416)

AutorIn Anon.
Entstehungszeit Überlieferung um 1433
Entstehungsort
AuftraggeberIn
Überlieferung Karlsruhe, Badische Landesbibliothek: Hs. Donaueschingen 104, 136rb-137ra
Ausgaben
Übersetzungen
Forschung Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden, S. 685f.

Inhalt

A Eingangssituation (1–9)

Der Sprecher gelangt auf einen großen Anger und belauscht ein Streitgespräch zwischen einer Frau, die als verheiratet und mütterlich markiert ist, und einer Jungfrau, die für Unverheiratetsein, Kinderlosigkeit und Keuschheit steht; beide beanspruchen den höheren Rang.

B Belauschtes Streitgespräch (10–114)

Die Frau betont ihren Vorrang, weil sie einem Mann auch körperliche Freude schenke. Die Jungfrau hält sich für würdiger, da ihre Beständigkeit Gott gefalle; sie beschreibt sich mit Blumenbildern als reinen Duft und unberührten Garten und betont ihre Gemeinschaft mit Menschen reinen Herzens. Die Frau preist sich als makellose, beständige Frucht und warnt die Jungfrau vor Hochmut. Diese erwidert, sie sei Gold und die Frau nur Zinn, ein Spiegel göttlicher Anschauung, während die Frau ein Schrein sei, der eine vom Mann stammende Frucht berge. Die Frau nennt sich Mutter der Christenheit und führt aus, dass aus ihr alle Menschen hervorgehen, auch Jungfrauen, alle Stände, sogar Papst und Bauer; ihre Frucht nütze vielen Seelen. Die Jungfrau verweist darauf, dass eine Jungfrau Gott geboren habe, was einer verheirateten Frau nicht möglich gewesen sei, und beschreibt sich erneut als Garten göttlicher Gegenwart. Die Frau beruft sich auf ein Herrenwort, das ihre Würde bestätige, während die Jungfrau ein Sprichwort anführt, das die Jungfrau und das Ehrenwort als höchsten Schatz bezeichnet.

C Schlussurteil (115–124)

Der Sprecher tritt hervor und bietet an, den Streit zu entscheiden. Sein Urteil versöhnt beide Positionen: Frauen und Jungfrauen seien Gott und der Welt gleichermaßen angenehm.

(Ausführliche Inhaltszusammenfassung bei Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden, S. 685f.)