Minnegespräch (Z38): Unterschied zwischen den Versionen
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=== A Gespräch mit Amor und Venus (1–68) === | |||
Amor antwortet auf die zuvor vorgebrachten Minneklagen des Sprechers und verweist zunächst auf die rasche Wirkung kunstvoller Werbung. Er hebt hervor, dass die Liebe einer Frau zu loben sei, wenn sie das Herz bewege, und deutet an, dass der Sprecher verliere, was er auf Amor setze. Der Sprecher beklagt daraufhin, trotz seines Gehorsams bestraft und durch Amors Pfeil in Herz und Verstand in Not gebracht zu werden. In einer Anrufung schildert er Venus seinen drohenden Tod, falls die Geliebte seinen Dienst zurückweise. Amor tröstet ihn jedoch: Das harte äußere Verhalten der Geliebten stehe im Gegensatz zu ihrer inneren Gnade; beständiger Dienst werde Heilung bringen. Der Sprecher freut sich darüber und gelobt lebenslange Treue, selbst wenn sie sich weiterhin abweisend äußere. Venus bestätigt Amors Worte, lobt die Geliebte, verweist auf die Schüchternheit junger Frauen sowie auf Treue und Beständigkeit. Wenn beide einen Willen hätten, könnten sie ihre Minne vor den Rügern verbergen. Der Sprecher betont gegenüber Venus, dass er von den klaren Augen der Geliebten nur ein tröstendes Wort erhofft habe, damit wahre Minne ihren verdienten Lohn erhalte. | |||
=== B Werbungsgespräch (69–140) === | |||
Der Sprecher setzt diese theoretischen Einsichten nun in der konkreten Werbung um. Er beteuert seine unerschütterliche Minne, die durch den Widerstand der Geliebten nur wachse, und bittet zugleich um Gnade angesichts seiner Qualen. Die Dame reagiert zunächst misstrauisch, fürchtet Schmeichelei und fordert ihn auf, seine Worte zu bedenken. Er entgegnet, dass er nur durch den Tod seine Aufrichtigkeit beweisen könne, da sie seinen Worten keinen Glauben schenke. Sie prüft ihn erneut, fragt nach den Ursachen seiner Liebe und weist ihn ab; der Sprecher verweist auf ihre Augen und auf das leitmotivische Zusammenspiel von Herz und Verstand, das ihn in die Minne verstrickt habe. Schließlich gibt die Geliebte ihren Widerstand auf: Sie erkennt seine Treue an und erklärt, nun von der Minne lernen zu wollen, wie sie seine Leiden heilen könne. Textabbruch. | |||
(Ausführliche Inhaltsangabe bei [[Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden]], S. 1024-1026) | |||
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Aktuelle Version vom 7. April 2026, 19:49 Uhr
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Minnegespräch (Z38) | |
|---|---|
| AutorIn | Anon. |
| Entstehungszeit | Überlieferung um 1350 |
| Entstehungsort | |
| AuftraggeberIn | |
| Überlieferung | Brüssel, Algemeen Rijksarchief: Fonds Aremberg: Nr. 8296, 1r-1v |
| Ausgaben | |
| Übersetzungen | |
| Forschung | Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden, S. 1024-1026 |
Inhalt
A Gespräch mit Amor und Venus (1–68)
Amor antwortet auf die zuvor vorgebrachten Minneklagen des Sprechers und verweist zunächst auf die rasche Wirkung kunstvoller Werbung. Er hebt hervor, dass die Liebe einer Frau zu loben sei, wenn sie das Herz bewege, und deutet an, dass der Sprecher verliere, was er auf Amor setze. Der Sprecher beklagt daraufhin, trotz seines Gehorsams bestraft und durch Amors Pfeil in Herz und Verstand in Not gebracht zu werden. In einer Anrufung schildert er Venus seinen drohenden Tod, falls die Geliebte seinen Dienst zurückweise. Amor tröstet ihn jedoch: Das harte äußere Verhalten der Geliebten stehe im Gegensatz zu ihrer inneren Gnade; beständiger Dienst werde Heilung bringen. Der Sprecher freut sich darüber und gelobt lebenslange Treue, selbst wenn sie sich weiterhin abweisend äußere. Venus bestätigt Amors Worte, lobt die Geliebte, verweist auf die Schüchternheit junger Frauen sowie auf Treue und Beständigkeit. Wenn beide einen Willen hätten, könnten sie ihre Minne vor den Rügern verbergen. Der Sprecher betont gegenüber Venus, dass er von den klaren Augen der Geliebten nur ein tröstendes Wort erhofft habe, damit wahre Minne ihren verdienten Lohn erhalte.
B Werbungsgespräch (69–140)
Der Sprecher setzt diese theoretischen Einsichten nun in der konkreten Werbung um. Er beteuert seine unerschütterliche Minne, die durch den Widerstand der Geliebten nur wachse, und bittet zugleich um Gnade angesichts seiner Qualen. Die Dame reagiert zunächst misstrauisch, fürchtet Schmeichelei und fordert ihn auf, seine Worte zu bedenken. Er entgegnet, dass er nur durch den Tod seine Aufrichtigkeit beweisen könne, da sie seinen Worten keinen Glauben schenke. Sie prüft ihn erneut, fragt nach den Ursachen seiner Liebe und weist ihn ab; der Sprecher verweist auf ihre Augen und auf das leitmotivische Zusammenspiel von Herz und Verstand, das ihn in die Minne verstrickt habe. Schließlich gibt die Geliebte ihren Widerstand auf: Sie erkennt seine Treue an und erklärt, nun von der Minne lernen zu wollen, wie sie seine Leiden heilen könne. Textabbruch.
(Ausführliche Inhaltsangabe bei Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden, S. 1024-1026)