Werbungsgespräch (Z41): Unterschied zwischen den Versionen
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==Inhalt== | |||
=== A Einleitung (Str. 1) === | |||
Der Sprecher beklagt vor Gott seinen Liebeskummer: Trotz aller Bemühungen könne er die Frau, in die er sich verliebt habe, nicht vergessen. Wie in allen Sprecherstrophen endet die Strophe mit dem variierenden Refrain, der seine unvermeidliche Leidenspflicht betont. | |||
=== B Werbungsgespräch (Str. 2–13) === | |||
Im folgenden Dialog wechseln sich Sprecher und Geliebte strophenweise ab. Auch ihre Strophen schließen mit einem variierenden Refrain, der höfische Rede einfordert. Beide verwenden vertraute höfische Anreden. Der Dialog folgt dem traditionellen Muster von Rede und Gegenrede und greift auf den höfischen Motivschatz zurück. Der Sprecher erkundet seine Chancen mit einem Bild aus der Minnejagd und stößt auf konventionelle Einwände der Geliebten: gespieltes Unwissen, Misstrauen gegenüber seinen Worten und Zweifel an seiner Aufrichtigkeit. Er begegnet diesen Vorbehalten mit Hinweisen auf höfisches Verhalten, Verschwiegenheit, Ehrerbietung und sein Minneleid. Als Grund seiner Liebe nennt er ihren Anblick, was den Umschwung herbeiführt. Die Geliebte knüpft ihre Erhörung an das Gebot der Heimlichkeit. Der Sprecher dankt Venus Minne und bittet im nun positiv gewendeten Refrain um Freude als Lohn. Die Geliebte gesteht schließlich ihre eigene Verwundung durch den Pfeil der Venus und verspricht, ihm Freude zu schenken und ihm zu gehören. | |||
=== C Schluss (Str. 14f.) === | |||
Der Sprecher nutzt die Erhörung, um allgemein über Frauenehre und das Verhältnis von Dienst und Lohn zu reflektieren. Er erklärt, das Lied sei zum Lob aller Frauen gedichtet, denen stets Ehre gebühre. Der veränderte Schlussrefrain, der das Vergessen des Kummers anklingen lässt, spiegelt den glücklichen Ausgang des Gesprächs. | |||
(Ausführliche Inhaltsangabe bei [[Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden]], S. 1032-1034) | |||
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Aktuelle Version vom 7. April 2026, 19:56 Uhr
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Werbungsgespräch (Z41) | |
|---|---|
| AutorIn | Anon. |
| Entstehungszeit | Überlieferung ab 2. Hälfte 15. Jhd. |
| Entstehungsort | |
| AuftraggeberIn | |
| Überlieferung | Amsterdam, Universiteitsbibliotheek: I A 24n, 18-22 Berlin, Staatsbiblitothek: Mgf 753, 9v Brüssel, KBR: Ms. II 44, 34v-36v London, BL Add. 35087, 69v-71r Weimar, Herzogin Anna Amalia-Bibliothek: Cod. Oct. 146, 23r-24v Druck Amsterdam 1589: Harmen Jansz Muller, 137-140 Druck Antwerpen 1544: Jan Roelans, 77v-78v |
| Ausgaben | |
| Übersetzungen | |
| Forschung | Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden, S. 1032-1034 |
Inhalt
A Einleitung (Str. 1)
Der Sprecher beklagt vor Gott seinen Liebeskummer: Trotz aller Bemühungen könne er die Frau, in die er sich verliebt habe, nicht vergessen. Wie in allen Sprecherstrophen endet die Strophe mit dem variierenden Refrain, der seine unvermeidliche Leidenspflicht betont.
B Werbungsgespräch (Str. 2–13)
Im folgenden Dialog wechseln sich Sprecher und Geliebte strophenweise ab. Auch ihre Strophen schließen mit einem variierenden Refrain, der höfische Rede einfordert. Beide verwenden vertraute höfische Anreden. Der Dialog folgt dem traditionellen Muster von Rede und Gegenrede und greift auf den höfischen Motivschatz zurück. Der Sprecher erkundet seine Chancen mit einem Bild aus der Minnejagd und stößt auf konventionelle Einwände der Geliebten: gespieltes Unwissen, Misstrauen gegenüber seinen Worten und Zweifel an seiner Aufrichtigkeit. Er begegnet diesen Vorbehalten mit Hinweisen auf höfisches Verhalten, Verschwiegenheit, Ehrerbietung und sein Minneleid. Als Grund seiner Liebe nennt er ihren Anblick, was den Umschwung herbeiführt. Die Geliebte knüpft ihre Erhörung an das Gebot der Heimlichkeit. Der Sprecher dankt Venus Minne und bittet im nun positiv gewendeten Refrain um Freude als Lohn. Die Geliebte gesteht schließlich ihre eigene Verwundung durch den Pfeil der Venus und verspricht, ihm Freude zu schenken und ihm zu gehören.
C Schluss (Str. 14f.)
Der Sprecher nutzt die Erhörung, um allgemein über Frauenehre und das Verhältnis von Dienst und Lohn zu reflektieren. Er erklärt, das Lied sei zum Lob aller Frauen gedichtet, denen stets Ehre gebühre. Der veränderte Schlussrefrain, der das Vergessen des Kummers anklingen lässt, spiegelt den glücklichen Ausgang des Gesprächs.
(Ausführliche Inhaltsangabe bei Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden, S. 1032-1034)