Traumerscheinung einer schönen Frau (B522): Unterschied zwischen den Versionen

Aus Brevitas Wiki
Zur Navigation springen Zur Suche springen
K Textersetzung - „Berlin, Staatsbibliothek: Mgq 2370“ durch „[http://resolver.staatsbibliothek-berlin.de/SBB000053A800000000 Berlin, Staatsbibliothek: Mgq 2370]“
Keine Bearbeitungszusammenfassung
 
Zeile 11: Zeile 11:


}}
}}
==Inhalt==
=== A Spaziergangseinleitung (1–63) ===
Der Sprecher reitet an einem Sommertag in einen Wald und gelangt auf eine Wiese, wo er in der Hitze seinen Durst an einer Quelle stillt. Er bewundert die Kraft der Sonne, die Blüten und Farben hervorbringt, und beschreibt die Pflanzenpracht als einen Wettstreit der Farben. Dabei nutzt er die traditionelle Blumenallegorese: Grün steht für den Anfang, Blau für Beständigkeit, Weiß für überstrahlende Reinheit, Violett für Hoffnung und Verschwiegenheit, Rot für Liebeshitze. Umgeben von Glanz und Vogelgesang vergisst er seinen Kummer, legt sich im Schatten einer Linde nieder und schläft ein.


=== B Traum (64–254) ===
Im Traum erscheint ihm eine wunderschöne Frau, deren Anblick ihn so überwältigt, dass er all seinen Besitz hingeben würde, um sie länger sehen zu dürfen. Er will sich ihr vollkommen verschreiben, sie als Herrin seines Herzens und seines Lebens annehmen und in ihrem Dienst sein höchstes Glück finden. Es folgt eine ausführliche Schönheitsbeschreibung von den Schuhen bis zum Haar, ergänzt durch einen erweiterten Kaisertopos: Er würde sie jeder weltlichen Macht, Weisheit oder Stärke vorziehen. Die Frau trägt einen Bogen mit drei Pfeilen — Augen, Mund und Erscheinung — die sie ihm ins Herz schießt und ihn unwiderruflich bindet. Auch ihr süßes Wort verwundet ihn wie ein Schwert. Schließlich geht sie fort und lässt ihn verwundet zurück; er klagt und hofft auf ein Wiedersehen, bei dem sie seine heimlich getragenen Wunden heilen möge.
=== C Schluss (255–262) ===
Der Sprecher erwacht. Sein Leid ist größer als zuvor, doch will er es bewahren und seine Wunden verborgen tragen. Er ruft die Geliebte an, ihn zu heilen, und bittet das Glück, ihm dabei beizustehen.
(Ausführliche Inhaltsangabe bei [[Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden]], S. 982f.)


[[Kategorie:Quelle Minnerede]]
[[Kategorie:Quelle Minnerede]]

Aktuelle Version vom 20. März 2026, 22:34 Uhr

Traumerscheinung einer schönen Frau (B522)

AutorIn
Entstehungszeit
Entstehungsort
AuftraggeberIn
Überlieferung Berlin, Staatsbibliothek: Mgq 2370, 69v-73r
Ausgaben Dorobantu, Julia/Klingner, Jacob/Lieb, Ludger (Hg.): Minnereden, S. 391-399
Übersetzungen
Forschung Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden, S. 982f.

Inhalt

A Spaziergangseinleitung (1–63)

Der Sprecher reitet an einem Sommertag in einen Wald und gelangt auf eine Wiese, wo er in der Hitze seinen Durst an einer Quelle stillt. Er bewundert die Kraft der Sonne, die Blüten und Farben hervorbringt, und beschreibt die Pflanzenpracht als einen Wettstreit der Farben. Dabei nutzt er die traditionelle Blumenallegorese: Grün steht für den Anfang, Blau für Beständigkeit, Weiß für überstrahlende Reinheit, Violett für Hoffnung und Verschwiegenheit, Rot für Liebeshitze. Umgeben von Glanz und Vogelgesang vergisst er seinen Kummer, legt sich im Schatten einer Linde nieder und schläft ein.

B Traum (64–254)

Im Traum erscheint ihm eine wunderschöne Frau, deren Anblick ihn so überwältigt, dass er all seinen Besitz hingeben würde, um sie länger sehen zu dürfen. Er will sich ihr vollkommen verschreiben, sie als Herrin seines Herzens und seines Lebens annehmen und in ihrem Dienst sein höchstes Glück finden. Es folgt eine ausführliche Schönheitsbeschreibung von den Schuhen bis zum Haar, ergänzt durch einen erweiterten Kaisertopos: Er würde sie jeder weltlichen Macht, Weisheit oder Stärke vorziehen. Die Frau trägt einen Bogen mit drei Pfeilen — Augen, Mund und Erscheinung — die sie ihm ins Herz schießt und ihn unwiderruflich bindet. Auch ihr süßes Wort verwundet ihn wie ein Schwert. Schließlich geht sie fort und lässt ihn verwundet zurück; er klagt und hofft auf ein Wiedersehen, bei dem sie seine heimlich getragenen Wunden heilen möge.

C Schluss (255–262)

Der Sprecher erwacht. Sein Leid ist größer als zuvor, doch will er es bewahren und seine Wunden verborgen tragen. Er ruft die Geliebte an, ihn zu heilen, und bittet das Glück, ihm dabei beizustehen.

(Ausführliche Inhaltsangabe bei Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden, S. 982f.)