Die Jägerin (B508): Unterschied zwischen den Versionen

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==Inhalt==
=== A Spaziergangseinleitung (1–10) ===
Der Sprecher berichtet, er sei eines Tages ausgeritten und über Berge und Täler in einen Wald gelangt, wo ihn liebliches Hundegebell empfing. Dort begegnete er einer wunderschönen Dame, einer Jägerin, deren Hunde ihm zugeordnet bellten.


=== B Gespräch mit Frau Staete (11–73) ===
Er steigt ab und fragt sie nach ihrem Namen. Die Dame nutzt dies für ein lehrhaftes Gespräch, das die allegorische Jagd als Werbung nicht weiter ausführt. Sie nennt sich Frau Staete und erklärt, sie müsse beständig und auf rechte Weise jagen, bis sie das Wild erlegt habe. Dann stellt sie ihre zehn Hunde in fünf Paaren vor und erläutert kurz ihre Bedeutung: Liebe und Lust, Trost und Wahn, Zweifel und Hoffen, Harren und Helfen, Verheimlichen und Hüten. Auf die Frage nach dem Namen des Wildes gibt sie nur eine verschlüsselte Antwort und verweigert weitere Auskünfte aus Furcht vor Geschwätz; der Text ist an dieser Stelle zudem verderbt.
=== C Tugendlehre (74–87) ===
Zum Schluss nennt Frau Staete die ritterlich‑höfischen Tugenden, die ein erfolgreicher Minnejäger besitzen müsse: männliche Gesinnung, Unschuld und Ehre im Herzen sowie Demut, Höfischkeit und Freigebigkeit unter dem Schild. Sie warnt vor der Jagd mit ungeeigneten Hunden, da man mit unwilligen Tieren schlecht jage. Die Rahmenhandlung bleibt offen.
(Ausführliche Inhaltsangabe bei [[Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden]], Band 1, S. 953f.)


[[Kategorie:Quelle Minnerede]]
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[[Kategorie:Quelle Allegorie]]
[[Kategorie:Quelle Allegorie]]

Aktuelle Version vom 20. März 2026, 22:08 Uhr

Die Jägerin (B508)

AutorIn Anon.
Entstehungszeit Überlieferung 1481
Entstehungsort
AuftraggeberIn
Überlieferung Wien, Österreichische Nationalbibliothek: 2940*, 15r-16v
Ausgaben Dorobantu, Julia/Klingner, Jacob/Lieb, Ludger (Hg.): Minnereden, S. 411-414
Übersetzungen
Forschung Klinger, Jacob: Die Jägerin; Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden, Band 1, S. 953f.

Inhalt

A Spaziergangseinleitung (1–10)

Der Sprecher berichtet, er sei eines Tages ausgeritten und über Berge und Täler in einen Wald gelangt, wo ihn liebliches Hundegebell empfing. Dort begegnete er einer wunderschönen Dame, einer Jägerin, deren Hunde ihm zugeordnet bellten.

B Gespräch mit Frau Staete (11–73)

Er steigt ab und fragt sie nach ihrem Namen. Die Dame nutzt dies für ein lehrhaftes Gespräch, das die allegorische Jagd als Werbung nicht weiter ausführt. Sie nennt sich Frau Staete und erklärt, sie müsse beständig und auf rechte Weise jagen, bis sie das Wild erlegt habe. Dann stellt sie ihre zehn Hunde in fünf Paaren vor und erläutert kurz ihre Bedeutung: Liebe und Lust, Trost und Wahn, Zweifel und Hoffen, Harren und Helfen, Verheimlichen und Hüten. Auf die Frage nach dem Namen des Wildes gibt sie nur eine verschlüsselte Antwort und verweigert weitere Auskünfte aus Furcht vor Geschwätz; der Text ist an dieser Stelle zudem verderbt.

C Tugendlehre (74–87)

Zum Schluss nennt Frau Staete die ritterlich‑höfischen Tugenden, die ein erfolgreicher Minnejäger besitzen müsse: männliche Gesinnung, Unschuld und Ehre im Herzen sowie Demut, Höfischkeit und Freigebigkeit unter dem Schild. Sie warnt vor der Jagd mit ungeeigneten Hunden, da man mit unwilligen Tieren schlecht jage. Die Rahmenhandlung bleibt offen.

(Ausführliche Inhaltsangabe bei Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden, Band 1, S. 953f.)