Unterricht der Minne (B420): Unterschied zwischen den Versionen

Aus Brevitas Wiki
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Die Seite wurde neu angelegt: „{{Infobox Einzeltext | namen = Unterricht der Minne (B420) | autorin = Anon. | entstehungszeit = Ende 14. Jhd. | entstehungsort = | auftraggeberin = | überlieferung = Den Haag, Koninklijke Bibliotheek: Cod. 128 E 2, 65vb-66ra | ausgaben = | übersetzungen = | forschung = Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden, S. 695f. }} Kategorie:Quelle Minnerede
 
Keine Bearbeitungszusammenfassung
 
Zeile 12: Zeile 12:
}}
}}


==Inhalt==
===A Rahmen der Belehrung (1–14)===
Der Sprecher berichtet, dass die Göttin Venus jungen Damen Fragen zur Minne beantworte; die Fragen selbst werden nicht wiedergegeben. Stattdessen gibt er wieder, was Venus ihm und den Damen über Wesen und Wirkung der rechten Minne verkündet.
===B Minnedefinitionen (15–68)===
Venus formuliert sieben anaphorisch gebaute Definitionen, die weniger ein System als eine Sammlung von Charakterisierungen ergeben:
#Minne ist ein Zustand, der den Menschen leicht ergreift und alle anderen Wünsche verdrängt.
#Minne ist Begehren, stilles Nachdenken, rasches Vergeben und Nachsicht.
#Minne ist die völlige Einheit zweier Herzen, in der alle Unterschiede verschwinden.
#Minne ist unteilbar und standhaft; so habe es ein Weiser gelehrt.
#Minne ist nur sie selbst: Sie lässt sich nicht erzwingen und wirkt nur freiwillig.
#Minne ist ein Wunder, das Wunder bewirkt: Sie macht Traurige froh, Geizige freigebig, Feige mutig.
#Minne bleibt immer frisch, freigebig und edel wie rote Rose und weiße Lilie.
===C Schluss (69–76)===
Nachdem Venus geendet hat, fragt sich der Sprecher, wann ihm selbst solche Freude zuteilwerde, und geht traurig davon.
(Ausführliche Inhaltszusammenfassung bei [[Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden]], S. 695f.)


[[Kategorie:Quelle Minnerede]]
[[Kategorie:Quelle Minnerede]]

Aktuelle Version vom 26. Februar 2026, 21:13 Uhr

Unterricht der Minne (B420)

AutorIn Anon.
Entstehungszeit Ende 14. Jhd.
Entstehungsort
AuftraggeberIn
Überlieferung Den Haag, Koninklijke Bibliotheek: Cod. 128 E 2, 65vb-66ra
Ausgaben
Übersetzungen
Forschung Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden, S. 695f.

Inhalt

A Rahmen der Belehrung (1–14)

Der Sprecher berichtet, dass die Göttin Venus jungen Damen Fragen zur Minne beantworte; die Fragen selbst werden nicht wiedergegeben. Stattdessen gibt er wieder, was Venus ihm und den Damen über Wesen und Wirkung der rechten Minne verkündet.

B Minnedefinitionen (15–68)

Venus formuliert sieben anaphorisch gebaute Definitionen, die weniger ein System als eine Sammlung von Charakterisierungen ergeben:

  1. Minne ist ein Zustand, der den Menschen leicht ergreift und alle anderen Wünsche verdrängt.
  2. Minne ist Begehren, stilles Nachdenken, rasches Vergeben und Nachsicht.
  3. Minne ist die völlige Einheit zweier Herzen, in der alle Unterschiede verschwinden.
  4. Minne ist unteilbar und standhaft; so habe es ein Weiser gelehrt.
  5. Minne ist nur sie selbst: Sie lässt sich nicht erzwingen und wirkt nur freiwillig.
  6. Minne ist ein Wunder, das Wunder bewirkt: Sie macht Traurige froh, Geizige freigebig, Feige mutig.
  7. Minne bleibt immer frisch, freigebig und edel wie rote Rose und weiße Lilie.

C Schluss (69–76)

Nachdem Venus geendet hat, fragt sich der Sprecher, wann ihm selbst solche Freude zuteilwerde, und geht traurig davon.

(Ausführliche Inhaltszusammenfassung bei Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden, S. 695f.)