Liebesklage und Antwort (Z37): Unterschied zwischen den Versionen

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==Inhalt==
=== A Dialogische Minneklage (1–88) ===
Der Sprecher klagt dem Mai, dass weder er noch die Waldvögel sein dauerhaftes Leid lindern könnten. In seinem Herzen herrsche Kälte, seit er eine schöne Frau gewählt und wieder verloren habe. Der Mai antwortet knapp, doch der Sprecher fährt fort: Für ihn gebe es keinen Mai mehr; er müsse ein Leben voller Schmerz führen, da die schönste Frau, die er je gesehen habe, ihm Herz und Verstand geraubt und ihn wohl betrogen habe. In seiner Not rufe er Gott und Maria an. Der Mai hält seine Klage für unbegründet und meint, solche Wehklagen fänden kein Gehör. Der Sprecher glaubt dennoch, in Sorge und Schweigen leben zu müssen. Der Mai rät, die Freude nicht aufzugeben, doch der Sprecher erklärt, sie sei vergangen; viele schmerzliche Morgen stünden ihm bevor, und er fürchte den Tod. Er müsse die Dame um Gnade bitten. Der Mai fordert ihn auf, ihn freundlich anzusehen, doch der Sprecher denkt nur an die Trennung, die ihm das Herzblut zu entziehen scheine. Der Mai versteht diese Qual nicht und hält sie für unnötig. Der Sprecher klagt weiter über die Unmöglichkeit der Erwiderung seiner Liebe, verursacht durch üble Nachrede, die Argwohn säe und die Liebenden trenne. So müsse er die Dame traurig sehen. Der Mai meint, ihre Trauer könne durch sein Leid verursacht sein. Der Sprecher betont, sich vorbildlich verhalten zu haben: Er habe ihr sein Herz gegeben, doch sie wolle ihn nicht erhören, obwohl er keine Schuld trage. Er verstehe nicht, warum sie sich rächen wolle. Schließlich ruft er Venus als Richterin der Minne an und beklagt den Spott, dem er ausgesetzt sei. Die Geliebte tröste ihn nie, obwohl ihr roter Mund ihn tief verwundet habe. Venus fragt nach dem Grund seiner Klage, und er schildert die Qual seines Herzens und seiner Augen, die ihn oft zum Weinen gebracht hätten, bis er jede Freude verloren habe.


=== B Werbungsgespräch (89–102) ===
Der Sprecher bittet die Dame, Rücksicht auf sein Leiden zu nehmen: Die Minne habe ihn gefangen und sein Herz geraubt. Er spricht einen Segenswunsch aus und bittet Gott und Maria, sie vor Schmerz zu bewahren und sie einst zum himmlischen Thron zu führen. Die Dame erklärt schließlich ihre Zurückhaltung: Böse Zungen hätten die Liebenden entzweit und verhinderten ihre Vereinigung.
=== C Schluss (103–108) ===
Nach dem Gespräch trennt sich der Sprecher, nun noch tiefer verletzt, von der Geliebten. Enttäuscht erklärt er, nie wieder von der Minne sprechen zu wollen.
(Ausführliche Inhaltsangabe bei [[Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden]], Band 1, S. 1023f.)


[[Kategorie:Quelle Minnerede]]
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Aktuelle Version vom 5. April 2026, 21:20 Uhr

Liebesklage und Antwort (Z37)

AutorIn Anon.
Entstehungszeit Überlieferung 1405-1408
Entstehungsort
AuftraggeberIn
Überlieferung Brüssel, KBR: 15589-623, 70va-71ra
Ausgaben
Übersetzungen
Forschung Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden, Band 1, S. 1023f.

Inhalt

A Dialogische Minneklage (1–88)

Der Sprecher klagt dem Mai, dass weder er noch die Waldvögel sein dauerhaftes Leid lindern könnten. In seinem Herzen herrsche Kälte, seit er eine schöne Frau gewählt und wieder verloren habe. Der Mai antwortet knapp, doch der Sprecher fährt fort: Für ihn gebe es keinen Mai mehr; er müsse ein Leben voller Schmerz führen, da die schönste Frau, die er je gesehen habe, ihm Herz und Verstand geraubt und ihn wohl betrogen habe. In seiner Not rufe er Gott und Maria an. Der Mai hält seine Klage für unbegründet und meint, solche Wehklagen fänden kein Gehör. Der Sprecher glaubt dennoch, in Sorge und Schweigen leben zu müssen. Der Mai rät, die Freude nicht aufzugeben, doch der Sprecher erklärt, sie sei vergangen; viele schmerzliche Morgen stünden ihm bevor, und er fürchte den Tod. Er müsse die Dame um Gnade bitten. Der Mai fordert ihn auf, ihn freundlich anzusehen, doch der Sprecher denkt nur an die Trennung, die ihm das Herzblut zu entziehen scheine. Der Mai versteht diese Qual nicht und hält sie für unnötig. Der Sprecher klagt weiter über die Unmöglichkeit der Erwiderung seiner Liebe, verursacht durch üble Nachrede, die Argwohn säe und die Liebenden trenne. So müsse er die Dame traurig sehen. Der Mai meint, ihre Trauer könne durch sein Leid verursacht sein. Der Sprecher betont, sich vorbildlich verhalten zu haben: Er habe ihr sein Herz gegeben, doch sie wolle ihn nicht erhören, obwohl er keine Schuld trage. Er verstehe nicht, warum sie sich rächen wolle. Schließlich ruft er Venus als Richterin der Minne an und beklagt den Spott, dem er ausgesetzt sei. Die Geliebte tröste ihn nie, obwohl ihr roter Mund ihn tief verwundet habe. Venus fragt nach dem Grund seiner Klage, und er schildert die Qual seines Herzens und seiner Augen, die ihn oft zum Weinen gebracht hätten, bis er jede Freude verloren habe.

B Werbungsgespräch (89–102)

Der Sprecher bittet die Dame, Rücksicht auf sein Leiden zu nehmen: Die Minne habe ihn gefangen und sein Herz geraubt. Er spricht einen Segenswunsch aus und bittet Gott und Maria, sie vor Schmerz zu bewahren und sie einst zum himmlischen Thron zu führen. Die Dame erklärt schließlich ihre Zurückhaltung: Böse Zungen hätten die Liebenden entzweit und verhinderten ihre Vereinigung.

C Schluss (103–108)

Nach dem Gespräch trennt sich der Sprecher, nun noch tiefer verletzt, von der Geliebten. Enttäuscht erklärt er, nie wieder von der Minne sprechen zu wollen.

(Ausführliche Inhaltsangabe bei Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden, Band 1, S. 1023f.)