Lehren des Virgilius (Z76): Unterschied zwischen den Versionen
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==Inhalt== | |||
=== A Lehren des Virgilius (1–43) === | |||
Nach einer kurzen Autoritätenberufung werden drei Tugenden idealer Damen vorgestellt, jeweils durch direkte Anrede hervorgehoben. Erstens soll eine Dame das Herz einer Turteltaube besitzen, Sinnbild der Demut; zudem gehören Keuschheit, Freigebigkeit und Güte zu ihrem Ansehen. Zweitens solle sie sinnbildlich barfuß gehen, damit sie bei keinem Wetter in Gefahr gerät, moralisch auszurutschen. Nach einem überschwänglichen Lob milder Demut folgt drittens das Bild der Hasenohren: Wie der Hase besonders gut hört, soll auch die Dame aufmerksam auf ehrverletzende Rede achten, sie jedoch unbeachtet lassen. Befolgt sie diese Tugenden, bleibt ihr Ruf unantastbar; missachtet sie sie, wird sie so wertlos wie ein altes Schwert. | |||
=== B Preis der Güte (44–66) === | |||
Die Orientierung am Guten wird als erste Stufe einer Tugendlehre bezeichnet. Neben höfischem Benehmen steht die weibliche Güte im Mittelpunkt: Sie gilt als Quelle der Freude und als Kennzeichen wahrer Vornehmheit. Spricht die Dame maßvoll und ohne Bosheit, verdient sie den Kranz der Tugenden. Den Abschluss bildet die Sentenz, dass weibliche Güte dem Herzen große Freude schenkt. | |||
(Ausführliche Inhaltsangabe bei [[Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden]], Band 1, S. 1093f.) | |||
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Aktuelle Version vom 8. April 2026, 19:56 Uhr
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Lehren des Virgilius (Z76) | |
|---|---|
| AutorIn | Anon. |
| Entstehungszeit | Überlieferung um 1476 |
| Entstehungsort | |
| AuftraggeberIn | |
| Überlieferung | Hamburg, SUB: scrin. 102c, 29v-30v |
| Ausgaben | |
| Übersetzungen | |
| Forschung | Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden, Band 1, S. 1093f. |
Inhalt
A Lehren des Virgilius (1–43)
Nach einer kurzen Autoritätenberufung werden drei Tugenden idealer Damen vorgestellt, jeweils durch direkte Anrede hervorgehoben. Erstens soll eine Dame das Herz einer Turteltaube besitzen, Sinnbild der Demut; zudem gehören Keuschheit, Freigebigkeit und Güte zu ihrem Ansehen. Zweitens solle sie sinnbildlich barfuß gehen, damit sie bei keinem Wetter in Gefahr gerät, moralisch auszurutschen. Nach einem überschwänglichen Lob milder Demut folgt drittens das Bild der Hasenohren: Wie der Hase besonders gut hört, soll auch die Dame aufmerksam auf ehrverletzende Rede achten, sie jedoch unbeachtet lassen. Befolgt sie diese Tugenden, bleibt ihr Ruf unantastbar; missachtet sie sie, wird sie so wertlos wie ein altes Schwert.
B Preis der Güte (44–66)
Die Orientierung am Guten wird als erste Stufe einer Tugendlehre bezeichnet. Neben höfischem Benehmen steht die weibliche Güte im Mittelpunkt: Sie gilt als Quelle der Freude und als Kennzeichen wahrer Vornehmheit. Spricht die Dame maßvoll und ohne Bosheit, verdient sie den Kranz der Tugenden. Den Abschluss bildet die Sentenz, dass weibliche Güte dem Herzen große Freude schenkt.
(Ausführliche Inhaltsangabe bei Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden, Band 1, S. 1093f.)