Der Minne Lehre (B354): Unterschied zwischen den Versionen

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Der Text setzt ohne Ich-Sprecher ein und beginnt unmittelbar als Er-Erzählung: Ein Knappe fragt eine Dame, wie ein Mann sich in der Liebe verhalten solle, damit beide gleichermaßen Freude daran hätten. Die Dame antwortet mit dem Hinweis, dass sie nur ihr eigenes Empfinden verallgemeinere. Ein Mann solle eine Frau beim Niederlegen nicht sofort bedrängen, sondern die Lust langsam entstehen lassen: zunächst durch Umarmungen und Küsse, dann durch Berührungen an Brust und Seiten bis hinunter zur Scham, schließlich durch das Umfassen des ganzen Körpers. Erst wenn die Erregung auf diese Weise geweckt sei, solle er die Vereinigung anstreben, aus der sich ein heftiger Liebeskampf entwickeln könne. Die Frau beklagt, dass viele bäurische Männer diese Kunst nicht beherrschten und nach dem Vollzug das Interesse verlören. Unvermittelt wird das Gesagte durch anwesende Damen bestätigt, deren Stimmen durch eine kurze Einleitung markiert werden. Wer den anschließenden Kommentar spricht, bleibt unklar: Man solle die Liebe auf höfische Weise pflegen, damit beide Partner ihren Anteil daran hätten. Es folgt eine Titelangabe, die das Gesagte als Liebeslehre bezeichnet, und ein Segenswunsch, Gott möge die Freuden mehren.


(Ausführliche Inhaltszusammenfassung bei [[Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden]], S. 554f.)


[[Kategorie:Quelle Minnerede]]
[[Kategorie:Quelle Minnerede]]
[[Kategorie:Quelle Lehrrede]]
[[Kategorie:Quelle Lehrrede]]

Aktuelle Version vom 13. Februar 2026, 20:16 Uhr

Der Minne Lehre (B354)

AutorIn Anon.
Entstehungszeit Vor 1342-1345
Entstehungsort
AuftraggeberIn
Überlieferung Gotha, Universitäts- und Forschungsbibliothek: Chart. A 216, 111va-111vb
Nürnberg, Germanisches Nationalmuseum: Hs. Merkel 2° 966, 153r
Ausgaben
Übersetzungen
Forschung Klingner, Jacob: Der Minne Lehre; Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden, S. 554f.

Inhalt

Der Text setzt ohne Ich-Sprecher ein und beginnt unmittelbar als Er-Erzählung: Ein Knappe fragt eine Dame, wie ein Mann sich in der Liebe verhalten solle, damit beide gleichermaßen Freude daran hätten. Die Dame antwortet mit dem Hinweis, dass sie nur ihr eigenes Empfinden verallgemeinere. Ein Mann solle eine Frau beim Niederlegen nicht sofort bedrängen, sondern die Lust langsam entstehen lassen: zunächst durch Umarmungen und Küsse, dann durch Berührungen an Brust und Seiten bis hinunter zur Scham, schließlich durch das Umfassen des ganzen Körpers. Erst wenn die Erregung auf diese Weise geweckt sei, solle er die Vereinigung anstreben, aus der sich ein heftiger Liebeskampf entwickeln könne. Die Frau beklagt, dass viele bäurische Männer diese Kunst nicht beherrschten und nach dem Vollzug das Interesse verlören. Unvermittelt wird das Gesagte durch anwesende Damen bestätigt, deren Stimmen durch eine kurze Einleitung markiert werden. Wer den anschließenden Kommentar spricht, bleibt unklar: Man solle die Liebe auf höfische Weise pflegen, damit beide Partner ihren Anteil daran hätten. Es folgt eine Titelangabe, die das Gesagte als Liebeslehre bezeichnet, und ein Segenswunsch, Gott möge die Freuden mehren.

(Ausführliche Inhaltszusammenfassung bei Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden, S. 554f.)