Was ist Liebe (B361): Unterschied zwischen den Versionen
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=== A Audite-Formel (1–2) === | |||
Der Sprecher richtet sich direkt an das Publikum und kündigt an, seine Rede zu beginnen, sofern Interesse an einer Unterweisung über die Minne besteht. | |||
=== B Minnelehre (3–14) === | |||
Der Sprecher tritt hinter eine kurze, formal stark strukturierte Minnelehre zurück, die durch anaphorische Wendungen, Gegensätze und Zahlensymbolik geprägt ist. Zunächst nennt er das aus der lateinischen Tradition bekannte Bild der weiblichen Liebesgottheit mit ihren Attributen – Flügel, Blindheit, Krone, Pfeile und Fackel – und betont ihre Überlegenheit über alles. Anschließend präsentiert er eine Reihe von insgesamt 18 Minnetugenden, geordnet in sechs Dreiergruppen, darunter auch Tugenden der Vernunft wie Bescheidenheit und Weisheit. Die Reihung bildet eine beschwörende Formel, deren Klangwirkung durch die durchgehende Reimung verstärkt wird. | |||
=== C Moralische Schlussformel (15–18) === | |||
Der Sprecher hebt die Bedeutung dieser Tugendformel für alle hervor, die der wahren Minne gerecht werden wollen, und schließt mit dem Hinweis, dass niemand etwas dagegen einzuwenden habe. | |||
(Ausführliche Inhaltszusammenfassung bei [[Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden]], S. 569) | |||
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Aktuelle Version vom 13. Februar 2026, 20:36 Uhr
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Was ist Liebe (B361) | |
|---|---|
| AutorIn | Anon. |
| Entstehungszeit | Überlieferung 1481 |
| Entstehungsort | |
| AuftraggeberIn | |
| Überlieferung | Wien, Österreichische Nationalbibliothek: 2940*, 24v |
| Ausgaben | |
| Übersetzungen | |
| Forschung | Klingner, Jacob: Was ist Liebe; Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden, S. 568f. |
Inhalt
A Audite-Formel (1–2)
Der Sprecher richtet sich direkt an das Publikum und kündigt an, seine Rede zu beginnen, sofern Interesse an einer Unterweisung über die Minne besteht.
B Minnelehre (3–14)
Der Sprecher tritt hinter eine kurze, formal stark strukturierte Minnelehre zurück, die durch anaphorische Wendungen, Gegensätze und Zahlensymbolik geprägt ist. Zunächst nennt er das aus der lateinischen Tradition bekannte Bild der weiblichen Liebesgottheit mit ihren Attributen – Flügel, Blindheit, Krone, Pfeile und Fackel – und betont ihre Überlegenheit über alles. Anschließend präsentiert er eine Reihe von insgesamt 18 Minnetugenden, geordnet in sechs Dreiergruppen, darunter auch Tugenden der Vernunft wie Bescheidenheit und Weisheit. Die Reihung bildet eine beschwörende Formel, deren Klangwirkung durch die durchgehende Reimung verstärkt wird.
C Moralische Schlussformel (15–18)
Der Sprecher hebt die Bedeutung dieser Tugendformel für alle hervor, die der wahren Minne gerecht werden wollen, und schließt mit dem Hinweis, dass niemand etwas dagegen einzuwenden habe.
(Ausführliche Inhaltszusammenfassung bei Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden, S. 569)