Wappen der Liebe (B395): Unterschied zwischen den Versionen

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==Inhalt==
=== A Prolog (1–32) ===
Der Sprecher richtet sich immer wieder direkt an sein Publikum und betont, wie sehr ihm diese Kommunikation am Herzen liegt. Er klagt darüber, dass Treue heute mit Untreue vergolten werde und dass die Liebe ein „ungleicher Kleid“ trage. Deshalb wolle er den Unterschied zwischen falscher und wahrer Minne aufzeigen. Eine zweite Prologpassage wiederholt und erweitert diese Gedanken, steigert sie rhetorisch und enthält eine Unfähigkeitsbeteuerung sowie die Redensart, die beiden Arten der Liebe seien einander so ähnlich wie guter Wein und reiner Werlich.
=== B Klage über die ›falsche‹ Minne (33–88) ===
Der Sprecher beschreibt drei Formen falscher Liebe: erstens eine Liebe, die nur auf die Entehrung der Frau zielt und sie nach der Erhörung meidet; zweitens eine Liebe ohne Behutsamkeit und Geheimhaltung, die alles ausplaudert; drittens eine leichtfertige Liebe, die ein Kleid trägt, das weder weiß noch schwarz noch rot noch blau ist. Diese vier Farben bilden später die Grundlage für das Minneschild.
=== C Wappenallegorie (89–164) ===
Um die rechte Minne zu preisen, entwirft der Sprecher ein allegorisches Wappen. Zuvor legitimiert er seine Kompetenz, ruft Venus an und betont, dass nur ein ausgewählter Kreis einen Minneschild tragen dürfe. Er zählt sich selbst bescheiden dazu. Dann beschreibt er vier Felder des Schildes, jeweils mit einer Farbe und einem gekrönten Buchstaben: ein schwarzes Feld mit H, ein weißes mit T, ein blaues mit S und ein rotes mit H. Diese Buchstaben stehen für die Tugenden Verschwiegenheit, Treue, Beständigkeit und Herzlichkeit. Die Kronen verweisen auf den höchsten Lohn, der diesen Tugenden zukommt. Nach jeder Beschreibung folgt eine kurze allegorische Auslegung. Die Deutung des letzten Punktes bricht wegen Textverlusts ab.
=== D Auslegung (165–166) ===
Der Sprecher setzt an, den Gegensatz zwischen erster und letzter Minneform — also zwischen falscher und wahrer Liebe — zu erklären, doch der Text bricht genau an dieser Stelle ab.
(Ausführliche Inhaltszusammenfassung bei [[Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden]], S. 626f.)


[[Kategorie:Quelle Minnerede]]
[[Kategorie:Quelle Minnerede]]
[[Kategorie:Quelle Allegorie]]
[[Kategorie:Quelle Allegorie]]

Aktuelle Version vom 14. Februar 2026, 21:56 Uhr

Wappen der Liebe (B395); Vom Schild der rechten Liebe

AutorIn Anon.
Entstehungszeit Überlieferung um 1481
Entstehungsort
AuftraggeberIn
Überlieferung Wien, Österreichische Nationalbibliothek: 2940*, 43v-45v
Ausgaben
Übersetzungen
Forschung Klingner, Jacob: Wappen der Liebe; Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden, S. 626f.

Inhalt

A Prolog (1–32)

Der Sprecher richtet sich immer wieder direkt an sein Publikum und betont, wie sehr ihm diese Kommunikation am Herzen liegt. Er klagt darüber, dass Treue heute mit Untreue vergolten werde und dass die Liebe ein „ungleicher Kleid“ trage. Deshalb wolle er den Unterschied zwischen falscher und wahrer Minne aufzeigen. Eine zweite Prologpassage wiederholt und erweitert diese Gedanken, steigert sie rhetorisch und enthält eine Unfähigkeitsbeteuerung sowie die Redensart, die beiden Arten der Liebe seien einander so ähnlich wie guter Wein und reiner Werlich.

B Klage über die ›falsche‹ Minne (33–88)

Der Sprecher beschreibt drei Formen falscher Liebe: erstens eine Liebe, die nur auf die Entehrung der Frau zielt und sie nach der Erhörung meidet; zweitens eine Liebe ohne Behutsamkeit und Geheimhaltung, die alles ausplaudert; drittens eine leichtfertige Liebe, die ein Kleid trägt, das weder weiß noch schwarz noch rot noch blau ist. Diese vier Farben bilden später die Grundlage für das Minneschild.

C Wappenallegorie (89–164)

Um die rechte Minne zu preisen, entwirft der Sprecher ein allegorisches Wappen. Zuvor legitimiert er seine Kompetenz, ruft Venus an und betont, dass nur ein ausgewählter Kreis einen Minneschild tragen dürfe. Er zählt sich selbst bescheiden dazu. Dann beschreibt er vier Felder des Schildes, jeweils mit einer Farbe und einem gekrönten Buchstaben: ein schwarzes Feld mit H, ein weißes mit T, ein blaues mit S und ein rotes mit H. Diese Buchstaben stehen für die Tugenden Verschwiegenheit, Treue, Beständigkeit und Herzlichkeit. Die Kronen verweisen auf den höchsten Lohn, der diesen Tugenden zukommt. Nach jeder Beschreibung folgt eine kurze allegorische Auslegung. Die Deutung des letzten Punktes bricht wegen Textverlusts ab.

D Auslegung (165–166)

Der Sprecher setzt an, den Gegensatz zwischen erster und letzter Minneform — also zwischen falscher und wahrer Liebe — zu erklären, doch der Text bricht genau an dieser Stelle ab.

(Ausführliche Inhaltszusammenfassung bei Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden, S. 626f.)