Die Hindin (B510): Unterschied zwischen den Versionen

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==Inhalt==
=== A Spaziergangseinleitung (1–30) ===
Der Sprecher gelangt an einem Tag in einen grünen Wald voller Bäume, Blumen und Vogelgesang. Auf einem kleinen Weg dringt er tiefer hinein und trifft eine schöne Frau, die unter einem Baum sitzt und sich später als Frau Minne zu erkennen gibt.


=== B Gespräch (31–75) ===
Er grüßt sie und fragt, wem der Wald gehöre. Sie erklärt, dies sei der „Wald der süßen Abenteuer“, der ihrer Herrin Venus gehöre, die große Freude schenken könne. Er solle hier jagen, doch liege der Erfolg in seiner eigenen Hand: Wer Gutes tue, empfange Gutes. Auf seine Frage nach dem richtigen Vorgehen zeigt sie ihm den Weg.
=== C Jagdvorgang (76–211) ===
Nicht weit entfernt findet er einen Hof voller Wild – Hasen, Hirsche, Füchse, Dachse, Rehe, Schweine und zuletzt eine liebliche Hirschkuh. Er möchte sofort die Jagd beginnen, doch der rechte Anfang fällt ihm schwer. Er kehrt zu Frau Minne zurück und bittet um Rat. Sie erklärt, dass die Jagd ohne Hunde unmöglich sei, könne aber nicht sagen, wie die Hirschkuh zu fangen sei. Er benötige jedoch bestimmte Hunde: Coenraet, Stedenrijch, Hoefschermont, Milden, Helaert, Hertzlief, Hope, Troest sowie zuletzt Liefgheer und Reynaert. Am nächsten Morgen solle er wiederkommen; dann werde sie ihm zeigen, wie er die Hunde einzusetzen habe. Sie beschreibt detailliert die Reihenfolge und Orte des Einsatzes, bis schließlich Vruedenrijch und Liefgheer die Jagd erfolgreich beenden würden.
=== D Deutung der Allegorie (212–334) ===
Der Sprecher dankt und fragt nach ihrem Namen und der Bedeutung der Hunde. Sie wiederholt, dass der Wald Venus gehöre und voller Abenteuer sei. Der Ort, an dem er die Hirschkuh sah, heiße „Venuswiese“. Sie warnt ihn, dass er scheitern werde, wenn er nicht rücksichtsvoll jage. Dann erklärt sie sich als Minne, Tochter der Venus. Die Hirschkühe stünden für reine, zarte Damen. Coenraet und Hoefschermont entsprächen der ersten Werbung durch Klage und schöne Worte; Hertzlief und Milden fassten die Dame, wenn sie nach Scemelhorst fliehe; am Hof folgten Reynaert, Troest und Hope, die gute Taten, Liebesfreuden und Schweigen bewirkten, bis Stedenrijch sie schließlich fange. Liefgheer werde zuletzt auf sie gehetzt, und auch Helaert habe schon viele Hirschkühe gefangen.
=== E Schluss (335–344) ===
Nachdem Frau Minne die Jagdlehre erklärt hat, betont sie, dass der Erfolg allein vom Handeln des Sprechers abhänge, denn alle Macht liege in der Tat.
(Ausführliche Inhaltsangabe bei [[Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden]], Band 1, S. 956f.)


[[Kategorie:Quelle Minnerede]]
[[Kategorie:Quelle Minnerede]]
[[Kategorie:Quelle Allegorie]]
[[Kategorie:Quelle Allegorie]]

Aktuelle Version vom 20. März 2026, 22:14 Uhr

Die Hindin (B510)

AutorIn Anon.
Entstehungszeit Überlieferung um 1400
Entstehungsort
AuftraggeberIn
Überlieferung Den Haag, Koninklijke Bibliotheek: 128 E 2, 48vb-51ra
Ausgaben
Übersetzungen
Forschung Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden, Band 1, S. 956f.

Inhalt

A Spaziergangseinleitung (1–30)

Der Sprecher gelangt an einem Tag in einen grünen Wald voller Bäume, Blumen und Vogelgesang. Auf einem kleinen Weg dringt er tiefer hinein und trifft eine schöne Frau, die unter einem Baum sitzt und sich später als Frau Minne zu erkennen gibt.

B Gespräch (31–75)

Er grüßt sie und fragt, wem der Wald gehöre. Sie erklärt, dies sei der „Wald der süßen Abenteuer“, der ihrer Herrin Venus gehöre, die große Freude schenken könne. Er solle hier jagen, doch liege der Erfolg in seiner eigenen Hand: Wer Gutes tue, empfange Gutes. Auf seine Frage nach dem richtigen Vorgehen zeigt sie ihm den Weg.

C Jagdvorgang (76–211)

Nicht weit entfernt findet er einen Hof voller Wild – Hasen, Hirsche, Füchse, Dachse, Rehe, Schweine und zuletzt eine liebliche Hirschkuh. Er möchte sofort die Jagd beginnen, doch der rechte Anfang fällt ihm schwer. Er kehrt zu Frau Minne zurück und bittet um Rat. Sie erklärt, dass die Jagd ohne Hunde unmöglich sei, könne aber nicht sagen, wie die Hirschkuh zu fangen sei. Er benötige jedoch bestimmte Hunde: Coenraet, Stedenrijch, Hoefschermont, Milden, Helaert, Hertzlief, Hope, Troest sowie zuletzt Liefgheer und Reynaert. Am nächsten Morgen solle er wiederkommen; dann werde sie ihm zeigen, wie er die Hunde einzusetzen habe. Sie beschreibt detailliert die Reihenfolge und Orte des Einsatzes, bis schließlich Vruedenrijch und Liefgheer die Jagd erfolgreich beenden würden.

D Deutung der Allegorie (212–334)

Der Sprecher dankt und fragt nach ihrem Namen und der Bedeutung der Hunde. Sie wiederholt, dass der Wald Venus gehöre und voller Abenteuer sei. Der Ort, an dem er die Hirschkuh sah, heiße „Venuswiese“. Sie warnt ihn, dass er scheitern werde, wenn er nicht rücksichtsvoll jage. Dann erklärt sie sich als Minne, Tochter der Venus. Die Hirschkühe stünden für reine, zarte Damen. Coenraet und Hoefschermont entsprächen der ersten Werbung durch Klage und schöne Worte; Hertzlief und Milden fassten die Dame, wenn sie nach Scemelhorst fliehe; am Hof folgten Reynaert, Troest und Hope, die gute Taten, Liebesfreuden und Schweigen bewirkten, bis Stedenrijch sie schließlich fange. Liefgheer werde zuletzt auf sie gehetzt, und auch Helaert habe schon viele Hirschkühe gefangen.

E Schluss (335–344)

Nachdem Frau Minne die Jagdlehre erklärt hat, betont sie, dass der Erfolg allein vom Handeln des Sprechers abhänge, denn alle Macht liege in der Tat.

(Ausführliche Inhaltsangabe bei Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden, Band 1, S. 956f.)