Werbungsgespräch A (Z39a): Unterschied zwischen den Versionen
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=== A Werbung (Str. 1–61; V. 1–488) === | |||
Str. 1–8: Der Ritter eröffnet mit der üblichen Klage über sein Minneleid und droht zu sterben, wenn die Dame ihm keinen freundlichen Gruß schenke. Ihre Schönheit und ihre Weigerung, Trost zu gewähren, seien Ursache seines Jammers. Die Dame weist jede Schuld zurück und kritisiert sein übermäßiges Begehren. Str. 9–13: Der Ritter bittet sie, seinen Dienst anzunehmen. Die Dame antwortet mit allgemeinen Überlegungen zu Dienst und Lohn und erinnert daran, dass man im Dienst oft betrogen werde und der Lohn ungewiss bleibe. | |||
Str. 14–20: Nach einem kurzen Wortspiel über Torheit fordert die Dame einen Themenwechsel hin zu Blumen. Der Ritter lehnt ab: Er könne nicht über Rosen sprechen, da er auf dem „Minnerost“ brenne, worüber die Dame spottet. Auf seine Bitte um Gnade verweist sie auf Gott und betont, dass bei erfüllter Minne er Ehre, sie aber Spott erhielte. | |||
Str. 21–29: Der Ritter klagt Frau Minne sein Leid. Die Dame beteuert erneut ihre Unschuld und unterstellt ihm später versteckten Groll. Er beharrt darauf, dass ihre Schönheit ihn wie ein Pfeil getroffen habe, betont aber zugleich, wie hoch er ihre Ehre schätze. | |||
Str. 30–34: Die Dame lässt sich den Unterschied zwischen wahren Freunden und Neidern erklären, fordert jedoch erneut einen Themenwechsel. Der Ritter entgegnet, dass allein sie ihm Freude lehren könne. Die Dame dreht dies um und behauptet, seine Freude vermehre ihre Trauer. | |||
Str. 35–42: Seine Beteuerungen von Treue und Beständigkeit fruchten nicht; stattdessen wirft sie ihm typisch männliches, minnefeindliches Verhalten vor und übertreibt, er habe sicher tausend Frauen betrogen. | |||
Str. 43–50: Dennoch setzt der Ritter seine Klage fort. Obwohl beide sich einig sind, dass er seine Liebe heimlich tragen solle, um ihre Ehre zu schützen, wird die Erhörung weiter verzögert. | |||
Str. 51–56: Die Dienst-Lohn-Thematik wird erneut aufgegriffen und nach Art der Frauen differenziert: schöne, liebe oder reiche Frauen brächten jeweils unterschiedlichen Lohn. | |||
Str. 57–61: Trotz erneuter Zurückweisung preist der Ritter die Dame, was den Wendepunkt einleitet. Ihren letzten Einwand, er handle nur aus Spott, entkräftet er mit einem Verweis auf Gott und Christus. | |||
=== B Erhörung (Str. 62–71,3; V. 489–563) === | |||
Die Dame erkennt schließlich, dass der Ritter es ernst meint. Als er Trost und schnelle Linderung seines Leidens erbittet, fragt sie verheißungsvoll, wie sie ihm denn lohnen solle. Er erklärt, dass ein lieblicher Gruß ihm alle Freude verschaffe. Danach sprechen beide einvernehmlich über die zentralen Begriffe der Minne – Beständigkeit, Treue, Freude und Heimlichkeit zum Schutz der Ehre der Dame –, die zuvor Anlass zu Streit gewesen waren. Textabbruch. | |||
(Ausführliche Inhaltsangabe bei [[Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden]], S. 1027-1029) | |||
[[Kategorie:Quelle Minnerede]] | [[Kategorie:Quelle Minnerede]] | ||
Aktuelle Version vom 7. April 2026, 19:52 Uhr
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Werbungsgespräch A (Z39a); Werbungsgespräch I | |
|---|---|
| AutorIn | Anon. |
| Entstehungszeit | 14. Jhd. |
| Entstehungsort | |
| AuftraggeberIn | |
| Überlieferung | Den Haag, Königliche Bibliothek: Cod. 128 E. 2, 44rb-47vb |
| Ausgaben | |
| Übersetzungen | |
| Forschung | Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden, S. 1027-1029; Zapf, Volker: Werbungsgespräch I und II |
Inhalt
A Werbung (Str. 1–61; V. 1–488)
Str. 1–8: Der Ritter eröffnet mit der üblichen Klage über sein Minneleid und droht zu sterben, wenn die Dame ihm keinen freundlichen Gruß schenke. Ihre Schönheit und ihre Weigerung, Trost zu gewähren, seien Ursache seines Jammers. Die Dame weist jede Schuld zurück und kritisiert sein übermäßiges Begehren. Str. 9–13: Der Ritter bittet sie, seinen Dienst anzunehmen. Die Dame antwortet mit allgemeinen Überlegungen zu Dienst und Lohn und erinnert daran, dass man im Dienst oft betrogen werde und der Lohn ungewiss bleibe.
Str. 14–20: Nach einem kurzen Wortspiel über Torheit fordert die Dame einen Themenwechsel hin zu Blumen. Der Ritter lehnt ab: Er könne nicht über Rosen sprechen, da er auf dem „Minnerost“ brenne, worüber die Dame spottet. Auf seine Bitte um Gnade verweist sie auf Gott und betont, dass bei erfüllter Minne er Ehre, sie aber Spott erhielte.
Str. 21–29: Der Ritter klagt Frau Minne sein Leid. Die Dame beteuert erneut ihre Unschuld und unterstellt ihm später versteckten Groll. Er beharrt darauf, dass ihre Schönheit ihn wie ein Pfeil getroffen habe, betont aber zugleich, wie hoch er ihre Ehre schätze.
Str. 30–34: Die Dame lässt sich den Unterschied zwischen wahren Freunden und Neidern erklären, fordert jedoch erneut einen Themenwechsel. Der Ritter entgegnet, dass allein sie ihm Freude lehren könne. Die Dame dreht dies um und behauptet, seine Freude vermehre ihre Trauer.
Str. 35–42: Seine Beteuerungen von Treue und Beständigkeit fruchten nicht; stattdessen wirft sie ihm typisch männliches, minnefeindliches Verhalten vor und übertreibt, er habe sicher tausend Frauen betrogen.
Str. 43–50: Dennoch setzt der Ritter seine Klage fort. Obwohl beide sich einig sind, dass er seine Liebe heimlich tragen solle, um ihre Ehre zu schützen, wird die Erhörung weiter verzögert.
Str. 51–56: Die Dienst-Lohn-Thematik wird erneut aufgegriffen und nach Art der Frauen differenziert: schöne, liebe oder reiche Frauen brächten jeweils unterschiedlichen Lohn.
Str. 57–61: Trotz erneuter Zurückweisung preist der Ritter die Dame, was den Wendepunkt einleitet. Ihren letzten Einwand, er handle nur aus Spott, entkräftet er mit einem Verweis auf Gott und Christus.
B Erhörung (Str. 62–71,3; V. 489–563)
Die Dame erkennt schließlich, dass der Ritter es ernst meint. Als er Trost und schnelle Linderung seines Leidens erbittet, fragt sie verheißungsvoll, wie sie ihm denn lohnen solle. Er erklärt, dass ein lieblicher Gruß ihm alle Freude verschaffe. Danach sprechen beide einvernehmlich über die zentralen Begriffe der Minne – Beständigkeit, Treue, Freude und Heimlichkeit zum Schutz der Ehre der Dame –, die zuvor Anlass zu Streit gewesen waren. Textabbruch.
(Ausführliche Inhaltsangabe bei Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden, S. 1027-1029)