Gut Wächter! (Z64): Unterschied zwischen den Versionen
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==Inhalt== | |||
=== A Rede an den Wächter (1–18) === | |||
Ein Sprecher wirft dem Wächter vor, den Tagesanbruch nicht rechtzeitig gemeldet zu haben. Da der Morgenstern bereits sichtbar sei, müsse er endlich sein Horn ertönen lassen. Unter Drohungen fordert er ihn auf, den Liebenden zu helfen, ihre heimlichen Treffen zu ermöglichen und sie beim Ende der Nacht wieder zusammenzuführen. | |||
=== B Hilfeversprechen des Wächters und Weg zur Geliebten (19–68) === | |||
Der Wächter gehorcht, singt ein Abendlied und verspricht dem Mann eine glückliche Nacht bei der Geliebten. Er sichert zu, im Morgengrauen rechtzeitig zu warnen, damit die Begegnung verborgen bleibt und nicht dem Gerede der Neider ausgesetzt wird. Erfreut macht sich der Mann auf den Weg und findet die Tür der Geliebten offen. | |||
=== C Heimliches Treffen der Liebenden mit Tagelied-Szene (69–210) === | |||
Die Frau empfängt ihn liebevoll, es folgt ein inniges Gespräch mit Bekenntnissen und dem Austausch von Liebesgaben. Der Erzähler kommentiert das Geschehen zustimmend. Dann meldet der Wächter den Tag und singt ein Tagelied. Die Liebenden wollen die Warnung zunächst nicht glauben, doch der Wächter drängt zur Trennung. Als das Licht sichtbar wird, verabschieden sie sich schweren Herzens. Die Frau weint und empfiehlt ihren Geliebten Gott, während die Feindseligkeit der Neider als Grund für die notwendige Trennung betont wird. | |||
=== D Schluss (210–222) === | |||
Der Sprecher verflucht die neidischen Klaffer, die niemandem Freude gönnen. Ein fehlender Reim deutet auf Textverlust am Ende hin. | |||
(Ausführliche Inhaltsangabe bei [[Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden]], Band 1, S. 1067f.) | |||
[[Kategorie:Quelle Minnerede]] | [[Kategorie:Quelle Minnerede]] | ||
Aktuelle Version vom 8. April 2026, 18:46 Uhr
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Gut Wächter! (Z64); Der gute Wächter | |
|---|---|
| AutorIn | Anon. |
| Entstehungszeit | Überlieferung um 1590 |
| Entstehungsort | |
| AuftraggeberIn | |
| Überlieferung | Berlin, Staatsbibliothek: Handschrift 115, 13r-15r |
| Ausgaben | |
| Übersetzungen | |
| Forschung | Klingner, Jacob: Gut Wächter; Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden, Band 1, S. 1067f. |
Inhalt
A Rede an den Wächter (1–18)
Ein Sprecher wirft dem Wächter vor, den Tagesanbruch nicht rechtzeitig gemeldet zu haben. Da der Morgenstern bereits sichtbar sei, müsse er endlich sein Horn ertönen lassen. Unter Drohungen fordert er ihn auf, den Liebenden zu helfen, ihre heimlichen Treffen zu ermöglichen und sie beim Ende der Nacht wieder zusammenzuführen.
B Hilfeversprechen des Wächters und Weg zur Geliebten (19–68)
Der Wächter gehorcht, singt ein Abendlied und verspricht dem Mann eine glückliche Nacht bei der Geliebten. Er sichert zu, im Morgengrauen rechtzeitig zu warnen, damit die Begegnung verborgen bleibt und nicht dem Gerede der Neider ausgesetzt wird. Erfreut macht sich der Mann auf den Weg und findet die Tür der Geliebten offen.
C Heimliches Treffen der Liebenden mit Tagelied-Szene (69–210)
Die Frau empfängt ihn liebevoll, es folgt ein inniges Gespräch mit Bekenntnissen und dem Austausch von Liebesgaben. Der Erzähler kommentiert das Geschehen zustimmend. Dann meldet der Wächter den Tag und singt ein Tagelied. Die Liebenden wollen die Warnung zunächst nicht glauben, doch der Wächter drängt zur Trennung. Als das Licht sichtbar wird, verabschieden sie sich schweren Herzens. Die Frau weint und empfiehlt ihren Geliebten Gott, während die Feindseligkeit der Neider als Grund für die notwendige Trennung betont wird.
D Schluss (210–222)
Der Sprecher verflucht die neidischen Klaffer, die niemandem Freude gönnen. Ein fehlender Reim deutet auf Textverlust am Ende hin.
(Ausführliche Inhaltsangabe bei Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden, Band 1, S. 1067f.)