Abentheuerliche zäuberin (Enoch Widman): Unterschied zwischen den Versionen
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<ref>Zitiert nach [[Rösler, Maria (Hg.): Enoch Widman]], S. 568f. Marginalie: "Brandschäden".</ref> Dieses jhar hat sich auch an vielen orten und enden deudsches landes brandschaden ereignet, da nicht allein zu ende des aprilis S. Annenberg in Meißen gar ausgebrandt. Sondern da die stadt ein wenig widerumb zugerichtet worden, hat daß feuer abermal schaden gethun. Zu Prag hat es ettlich mal gebrennet, zu Eger ist zweimal feuer auskommen, das Carolßbad ist durch unsers alten orgelmachers weib und zwo töchter mit ehren zu melden dreien huren, aus unachtsamkeit angezündet worden und ausgebrand. Zu Comethau und Falckenau sind etliche heuser verbrunnen, ohne was an fern gelegenen orten sonsten geschehen, mehr ist Sangerhausen in Düringen und daß schloß Hohenstein bei Dresden ausgebrannt, zum theil aus verwarlosung, zum theil durch die mordbrenner angestecket, deren dann viel vom babst in Deudschland geschicket und etliche ergriffen worden. Furnemblich aber ist ein zauber, hex und teuffelsbannerin, die sich für ein königstochter ausgegeben und gleichwol ihren namen nicht an tag geben wollen, im landt umbhergezogen und hat in den städten herberg gesuchet, welche zu Eger in der vorstadt und an vielen andern orten, do sie beherbrigt, seltzame gäuckelgespiel getrieben, in der stuben oben an der deckh, wie ein vogel umbhergefahren, daß sie kein mensch erhalten mögen (ungeachtet man ihr etliche starcke menner zugeordnet) biß ihr zeit kommen, daß sie widerumb in ein zugerichtes bett gefallen und darauf geruhet. Diese hat den städten, do man sie nicht nach ihrem willen tractirt, gedrauet, sie solten bald etwas erfahren, welches sich <nowiki>[S. 569]</nowiki> hernach im werck also befunden, furnemblich aber mit feuersbrunsten. | <ref>Zitiert nach [[Rösler, Maria (Hg.): Enoch Widman]], S. 568f. Marginalie: "Brandschäden".</ref> Dieses jhar<ref>1604.</ref> hat sich auch an vielen orten und enden deudsches landes brandschaden ereignet, da nicht allein zu ende des aprilis S. Annenberg in Meißen gar ausgebrandt. Sondern da die stadt ein wenig widerumb zugerichtet worden, hat daß feuer abermal schaden gethun. Zu Prag hat es ettlich mal gebrennet, zu Eger ist zweimal feuer auskommen, das Carolßbad ist durch unsers alten orgelmachers weib und zwo töchter mit ehren zu melden dreien huren, aus unachtsamkeit angezündet worden und ausgebrand. Zu Comethau und Falckenau sind etliche heuser verbrunnen, ohne was an fern gelegenen orten sonsten geschehen, mehr ist Sangerhausen in Düringen und daß schloß Hohenstein bei Dresden ausgebrannt, zum theil aus verwarlosung, zum theil durch die mordbrenner angestecket, deren dann viel vom babst in Deudschland geschicket und etliche ergriffen worden. Furnemblich aber ist ein zauber, hex und teuffelsbannerin, die sich für ein königstochter ausgegeben und gleichwol ihren namen nicht an tag geben wollen, im landt umbhergezogen und hat in den städten herberg gesuchet, welche zu Eger in der vorstadt und an vielen andern orten, do sie beherbrigt, seltzame gäuckelgespiel getrieben, in der stuben oben an der deckh, wie ein vogel umbhergefahren, daß sie kein mensch erhalten mögen (ungeachtet man ihr etliche starcke menner zugeordnet) biß ihr zeit kommen, daß sie widerumb in ein zugerichtes bett gefallen und darauf geruhet. Diese hat den städten, do man sie nicht nach ihrem willen tractirt, gedrauet, sie solten bald etwas erfahren, welches sich <nowiki>[S. 569]</nowiki> hernach im werck also befunden, furnemblich aber mit feuersbrunsten. | ||
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Aktuelle Version vom 14. September 2026, 20:24 Uhr
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Abentheuerliche zäuberin | |
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| AutorIn | Enoch Widman |
| Entstehungszeit | 1596 |
| Entstehungsort | Hof |
| AuftraggeberIn | |
| Überlieferung | Vgl. Chronik der Stadt Hof (Enoch Widman) |
| Ausgaben | Vgl. Chronik der Stadt Hof (Enoch Widman) |
| Übersetzungen | |
| Forschung | |
Text
[1] Dieses jhar[2] hat sich auch an vielen orten und enden deudsches landes brandschaden ereignet, da nicht allein zu ende des aprilis S. Annenberg in Meißen gar ausgebrandt. Sondern da die stadt ein wenig widerumb zugerichtet worden, hat daß feuer abermal schaden gethun. Zu Prag hat es ettlich mal gebrennet, zu Eger ist zweimal feuer auskommen, das Carolßbad ist durch unsers alten orgelmachers weib und zwo töchter mit ehren zu melden dreien huren, aus unachtsamkeit angezündet worden und ausgebrand. Zu Comethau und Falckenau sind etliche heuser verbrunnen, ohne was an fern gelegenen orten sonsten geschehen, mehr ist Sangerhausen in Düringen und daß schloß Hohenstein bei Dresden ausgebrannt, zum theil aus verwarlosung, zum theil durch die mordbrenner angestecket, deren dann viel vom babst in Deudschland geschicket und etliche ergriffen worden. Furnemblich aber ist ein zauber, hex und teuffelsbannerin, die sich für ein königstochter ausgegeben und gleichwol ihren namen nicht an tag geben wollen, im landt umbhergezogen und hat in den städten herberg gesuchet, welche zu Eger in der vorstadt und an vielen andern orten, do sie beherbrigt, seltzame gäuckelgespiel getrieben, in der stuben oben an der deckh, wie ein vogel umbhergefahren, daß sie kein mensch erhalten mögen (ungeachtet man ihr etliche starcke menner zugeordnet) biß ihr zeit kommen, daß sie widerumb in ein zugerichtes bett gefallen und darauf geruhet. Diese hat den städten, do man sie nicht nach ihrem willen tractirt, gedrauet, sie solten bald etwas erfahren, welches sich [S. 569] hernach im werck also befunden, furnemblich aber mit feuersbrunsten.
Anmerkungen
- ↑ Zitiert nach Rösler, Maria (Hg.): Enoch Widman, S. 568f. Marginalie: "Brandschäden".
- ↑ 1604.