Lob der Frauen IV (B271)
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Lob der Frauen IV (B271) | |
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| AutorIn | Anon. |
| Entstehungszeit | Überlieferung 1. Viertel 15. Jhd. |
| Entstehungsort | |
| AuftraggeberIn | |
| Überlieferung | Berlin, Staatsbibliothek: Mgf. 922, 19ra-19va |
| Ausgaben | |
| Übersetzungen | |
| Forschung | Klingner, Jacob: Lob der Frauen IV; Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden, S. 425f. |
Inhalt
A Einleitung
Der Sprecher wünscht sich die Weisheit eines Aristoteles, um die Ehre der Damen angemessen preisen zu können. Seine Kenntnis stamme aus „Büchern und Briefen“. Er kündigt an, die Frauen zu loben und zu beweisen, dass die Wunder der Schöpfung in ihrer edlen Gesinnung gründen.
B Erster Beweis
Ein „duldsames Weib“ sei großer Ehre würdig. Kein noch so hoher Herr sei zu stolz, vollkommenen Frauen im Minnedienst zu dienen und die damit verbundenen Mühen zu tragen. Jeder Mann strebe danach, die Gunst seiner Geliebten zu gewinnen und zugleich allen edlen Frauen zu gefallen.
C Einschub
Der Sprecher gesteht, er wäre mit Recht froh, wenn Gott ihm die Ehre verliehe, eine reine Frau zum Minnedienst zu finden.
D Zweiter Beweis
Ein „zartes Weib“ sei klug, ehrenhaft und beständig und würde niemals eine Missetat begehen. In geblümtem Stil preist er ihr Wesen in einer fünffachen metaphorischen Anapher — als Leidvertreiberin, Freudenbringerin und Quelle höfischer Tugend. Eine weitere sechsfache Anapher stellt die Frauen hyperbolisch als Mittelpunkt der höfisch‑ritterlichen Welt dar und sogar als Grund für die Erschaffung der Welt durch Gott. Damit schließt sich der Bogen zur Einleitung: Frauen als summum bonum der Schöpfung.
E Schluss
In direkter Apostrophe nimmt der Sprecher das Thema der „Frauen‑Ehre“ wieder auf und bittet die Frauen, nach dieser Lehre zu leben. So bewahrten sie ihre persönliche Ehre und dienten zugleich der allgemeinen „weiblichen Ehre“ als Zierde.
(Ausführliche Inhaltszusammenfassung bei Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden, S. 425f.)