Frauenminne und Gottesminne (B309)

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Frauenminne und Gottesminne (B309)

AutorIn Anon.
Entstehungszeit Überlieferung 3. Viertel 13. Jhd.
Entstehungsort
AuftraggeberIn
Überlieferung Wien, Österreichische Nationalbibliothek: 154va-154vb
Ausgaben Dorobantu, Julia/Klingner, Jacob/Lieb, Ludger (Hg.): Minnereden, S. 139f.
Übersetzungen
Forschung Stridde, Christine: Frauenminne und Gottesminne; Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden, S. 483

Inhalt

A Negative Wirkungen der Liebe zu Frauen (1–32)

Der Sprecher eröffnet mit einem warnenden Vergleich: Wer dem Feuer zu nahe kommt, verbrennt sich – ebenso gefährlich sei der Umgang mit Frauen. Häufiges Betrachten ihrer Schönheit führe zu langem Kummer. Ihre Blicke und Berührungen wirken wie Lockmittel und Fallen. Unter ihrer äußeren Anziehungskraft liege ein verborgener „Haken“, der Herz, Verstand und sogar die Seele gefangen nehme. So würden Frauen zum „Gott der Männer“, während die Liebe zu Gott vernachlässigt werde. Das Ergebnis sei ein doppeltes Verderben: Leid im Diesseits und Strafe im Jenseits. Wer das in Kauf nehme, solle sich ruhig oft in ihrer Nähe aufhalten – doch er werde erbleichen und den „Tanz des Jammers“ lernen. Der Sprecher betont, er kenne diese Fesseln der Minne, sei aber frei davon und gehöre zu Gottes freier Schar.

B Gebet (33–40)

In einer direkten Anrede an Gott erklärt der Sprecher, seine Freude liege allein bei ihm. Er preist Gott dafür, dass er nicht den Kummer der Welt tragen müsse und sich von irdischer Verstrickung fernhalten darf.

(Ausführliche Inhaltszusammenfassung bei Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden, S. 483)