Was ist Minne (B337)
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Was ist Minne (B337) | |
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| AutorIn | Anon. |
| Entstehungszeit | Vor 1350/1375 |
| Entstehungsort | |
| AuftraggeberIn | |
| Überlieferung | München, Bayerische Staatsbibliothek: Cgm 5249, 35a, 1r-2v |
| Ausgaben | |
| Übersetzungen | |
| Forschung | Klingner, Jacob: Was ist Minne; Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden, S. 517 |
Inhalt
A Über die Minne (1–17)
In einer unklaren Sprecherhaltung werden die klassischen Eigenschaften der Minne benannt: Sie sei eine „süße Anstrengung“, bringe zugleich Leid und Hoffnung und unterwerfe jeden, der sich ihr nicht widersetze.
B Frage einer Dame (18–48)
Eine Dame grüßt einen Mann und fragt ihn, was Minne sei – insbesondere, ob sie männlicher oder weiblicher Natur sei. Abschließend warnt sie ihn, nur jene zu lieben, deren Herz ihm wirklich zugewandt sei (möglicherweise sich selbst einschließend).
C Antwort des Mannes (49–76)
Der Mann erklärt, dass ursprünglich und bis heute die Göttin Venus „Minne“ genannt werde. Ihr Sohn Amor, der „Minnegott“, sei nachgeboren und daher nachrangig; deshalb trage die Minne zu Recht den Namen einer Frau. Wäre die Minne hingegen nach einem Mann benannt, hätte er Grund zur Klage – denn dann würde die Minne der fragenden Dame keine Gnade erweisen. Zum Schluss gesteht er, dass sein Herz von ihr verwundet sei, er aber trotz der Ungleichheit ihrer Gefühle seine Haltung bewahren müsse.
(Ausführliche Inhaltszusammenfassung bei Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden, S. 517)