Minne und Pfennig (B342)

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Minne und Pfennig (B342)

AutorIn Anon.
Entstehungszeit Überlieferung Mitte bis 3. Viertel 14. Jahrhundert
Entstehungsort
AuftraggeberIn
Überlieferung Berlin, Staatsbibliothek: Mgq 284, 56va-57ra
Ausgaben
Übersetzungen
Forschung Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden, S. 528f.

Inhalt

A Traumbegegnung (1–24)

Der Sprecher will sein Herz erleichtern und berichtet von einem Traum: Er glaubt, seine Geliebte zu sehen, klagt sie jedoch an, einen anderen vorzuziehen. Diesen Verdacht wolle er bis zum Lebensende bekämpfen; ein solcher Herzensschmerz könne einen Menschen töten oder aller Freude berauben. Die Geliebte – ob real oder nur im Traum bleibt unklar – versichert ihm ihre Nähe und bittet ihn, aufzuwachen und ihr zu glauben. Entschieden weist sie jede Untreue zurück.

B Tugend- und Zeitklage (25–54)

Plötzlich folgt eine allgemeine Zeitklage: Treue und Wahrheit seien geschwunden, Untreue und Schalkheit hätten überhandgenommen. Besonders zeige sich dies daran, wie Menschen einen behandeln, sobald man verarme: Welche Tugenden man auch habe, man gelte doch als Tor. Der Sprecher beklagt, dass der „Pfennig“ mehr geliebt werde als Gott. Geld verderbe selbst höchste geistliche und weltliche Autoritäten. Auch die Minne sei durch den Pfennig geschwächt und habe ihre Macht verloren. In einer Apostrophe an den Pfennig wirft er ihm vor, immer mehr Raum zu gewinnen und viele Herzen zu verführen. Dem setzt er sein eigenes Treuebekenntnis entgegen: Er wolle allein seiner Geliebten dienen und der Minne den Vorrang vor dem Pfennig geben – dreifach bekräftigt.

(Ausführliche Inhaltszusammenfassung bei Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden, S. 528f.)