Hundsfliegen (Kaltenbach) (B387)

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Hundsfliegen (B387)

AutorIn Kaltenbach
Entstehungszeit
Entstehungsort
AuftraggeberIn
Überlieferung Heidelberg, Universitätsbibliothek: Cpg 313, 406v-409r
Ausgaben
Übersetzungen
Forschung Klingner, Jacob: Kaltenbach; Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden, S. 608f.

Inhalt

A Bericht (1–61)

Der Sprecher hört zur Fastnacht von einer Plage summender Hundsmücken. Zunächst hält er das für übertriebene Geschichten, bis ein Edelmann berichtet, die Tiere hätten ihn fast ruiniert und er habe sie deshalb weitergegeben. Dann folgt eine detaillierte Schilderung der Qualen: Die Stiche seien unvergleichlich schmerzhaft, nicht zu überwinden und führten oft zu Wahnsinn; die Tiere widerstünden jeder Witterung; wer ihnen verfalle, sei dem Tod näher als dem Leben. Das Leiden äußere sich in Hitze und Kälte, Rastlosigkeit und Verzweiflung, bis hin zum Bild, man esse vor Schmerz sein eigenes Herz.

B Auslegung (62–115)

Der Sprecher kündigt ein Beispiel an und deutet die Hundsmücken als Sinnbild ehelicher Eifersucht. Viele Männer verdächtigten ihre tugendhaften Frauen grundlos und alterten daran rasch. Auch die Frauen litten unter Schikanen, wilden Ausbrüchen und Drohungen ihrer eifersüchtigen Männer, ohne selbst Schuld zu tragen. Die Lehre lautet: Man solle sich der Eifersucht enthalten, denn sie nütze nichts, wenn die Frau nicht selbst auf ihre Ehre achte.

C Epilog (116–142)

Der Sprecher fragt sich, ob der Auftraggeber des Gedichts selbst von Hundsmücken geplagt sei, und schlägt vor, dessen Dame zu befragen. Er widmet das Stück den Frauen als Lehre für ihre Männer und empfiehlt es als Martinsspiel. Zur beginnenden Fastnacht ruft er zur Fröhlichkeit auf; traurig dürfe nur sein, wer an ein unmögliches Ereignis glaube. Abschließend nennt er sich selbst „kalter Bach“, kündigt ein neues Gedicht an, nennt dessen Titel und schließt mit einem Amen.

(Ausführliche Inhaltszusammenfassung bei Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden, S. 608f.)