Lehrgedicht von der Minne (B519)

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Lehrgedicht von der Minne (B519)

AutorIn Anon.
Entstehungszeit Überlieferung Anfang 14. Jahrhundert
Entstehungsort
AuftraggeberIn
Überlieferung Kassel, LMB: 2° Ms. Poet. et roman. 30, 10a+b, 1r-2v
Ausgaben
Übersetzungen
Forschung Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden, S. 980f.

Inhalt

A (1r)

Mehrere Tugenden erscheinen als allegorische Figuren: Zuerst Vorsicht, dann Barmherzigkeit und Armut, die gemeinsam auf ihre Herrin Minne warten. Als weitere Anwesende werden Bescheidenheit, Stärke, Freigebigkeit und Weisheit genannt; auf der folgenden Seite treten auch Wahrheit und Gerechtigkeit hinzu.

B (1v; 1–50)

Mit dem Auftritt der Königin Minne beginnt der eigentliche Dialog. Sie fordert Weisheit auf zu sprechen, da diese vor aller Welt existiert habe. Weisheit widerspricht und verweist auf ihre Erschaffung durch die Minne Christi, gestützt auf den Johannesprolog. Friede versucht zu vermitteln, Gerechtigkeit verweist auf Wahrheit, und Minne selbst vertraut deren Urteil. Wahrheit bestätigt ihre Position mit einem Hinweis auf den paulinischen Preis der Liebe. Demut stimmt ein und erzählt in einer Hausallegorie, wie sie ein keusches Haus errichtet habe, in das Gott und die Minne ein Kind brachten, das später gekreuzigt wurde.

C (2r; 1–52)

Die Hausallegorie wird fortgeführt: Das Haus wird mit Maria identifiziert, die später Johannes in ihre Obhut nahm, der den „Brief der Minne“ empfing. Der Sprecher — wohl weiterhin Demut — preist die göttliche Minne, die in ihr wie ein Licht brenne. Es folgt ein Lob der geistlichen Minne, die zu wahrer Freude führt. Nach einer Zusammenfassung zentraler Glaubenswahrheiten wird zwischen jenen unterschieden, die Gott im Herzen tragen, und jenen, die nur äußerlich Frömmigkeit vortäuschen. Gott lasse sich nicht täuschen.

D (2v)

Der Text ist auf dieser Seite nur fragmentarisch erhalten; eine inhaltliche Zusammenfassung ist nicht möglich.

(Ausführliche Inhaltsangabe bei Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden, S. 980f.)