Neujahrswunsch von 1525 (Z30)

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Neujahrswunsch von 1525 (Z30)

AutorIn Anon.
Entstehungszeit 1525
Entstehungsort
AuftraggeberIn
Überlieferung Nürnberg, Germanisches Nationalmuseum: Hs. Merkel 2° 966, 100r-100v
Ausgaben
Übersetzungen
Forschung Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden, Band 1, S. 1012

Inhalt

Der Sprecher wünscht seinem Publikum ein glückliches neues Jahr und verspricht eine Belehrung, die die üblichen artes übertreffe. Unter mehrfachen Aufforderungen zuzuhören erläutert er den doppelten Zweck seiner Rede: Sie soll sowohl rhetorische Anleitung bieten als auch Hinweise zu guter Lebensführung und wahrem Glück. Eine gelungene Rede, so erklärt er, müsse wie eine Schlange gebaut sein: nicht sofort durchschaubar, sondern erst am Ende ihre volle Bedeutung enthüllend – ein Prinzip, das er an seinem eigenen Neujahrsgruß demonstriert. Er richtet sich zunächst an die Frauen und wünscht ihnen das ewige Leben im Himmelreich. Den Männern hingegen – sich selbst eingeschlossen – sagt er ein Schicksal im Höllenfeuer voraus. Damit wolle er zeigen, wie sehr er den Frauen zugeneigt sei und ihnen mehr Wohlergehen gönne als sich selbst oder anderen Männern. Der Gruß endet mit dem Wunsch, dass alle Freude an seiner Rede haben mögen.

(Ausführliche Inhaltsangabe bei Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden, Band 1, S. 1012)