Pflanzenallegorese A (Z75a)

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Pflanzenallegorese A (Z75a); Was allerlei Blätter bedeuten

AutorIn Anon.
Entstehungszeit Überlieferung ab 1470/71
Entstehungsort
AuftraggeberIn
Überlieferung Berlin, Staatsbibliothek: Mgf 488, 92v-97r
Leipzig, Universitätsbibliothek: Ms. Apel 8, 222r-226v
München, Bayerische Staatsbibliothek: Cgm 439, 80r-83r
Prag, Knihovna Nárondního muzea: Cod. X A 12, 79r-81v
Ausgaben
Übersetzungen
Forschung Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden, Band 1, S. 1081f.

Dieser Text ist Bestandteil der Textreihe Pflanzenallegorese (Z75).

Inhalt

  • a. Eichen – Symbol für unbeugsamen Willen und Beständigkeit.
  • b. Espenlaub – Zeichen der anfänglichen Furcht in der Liebe und der Angst vor üblem Gerede.
  • c. Birkenlaub – Hinweis auf Strafe, Zucht und Ordnung.
  • d. Maßholderlaub – Treue und Beständigkeit trotz Meiden und Trennung.
  • e. Kastanienblätter – „Je länger, je lieber“: wachsende Zuneigung.
  • f. Tanne – Sinnbild des kurzen Aufflammens, eines Strohfeuers.
  • g. Weiden – Verlassenheit und Unglück, aber auch Ermutigung und Gedeihen der Liebe.
  • h. Maulbeerlaub – Wunsch, der nur unter Kummer erfüllt werden kann.
  • i. Buchenlaub – Der Partner als bloßer Lückenfüller.
  • j. Lindenlaub – Freude in Gesellschaft, nicht in einer persönlichen Bindung.
  • k. Weinrebenlaub – Schwer errungene Minnezusage, dennoch von Zweifeln begleitet.
  • l. Hasellaub – Seltenes Sehen der Geliebten.
  • m. Eiben – Ungerechtes Verhalten.
  • n. Stechpalmenblätter – Unerschütterliche Zuversicht beständiger Liebe.
  • o. Wacholder – Was lange währt, wird gut.
  • p. Schlehdorn – Furcht und Misstrauen.
  • q. Hagedorn – Schüchternheit.
  • r. Eppich – Dienst ohne Lohn.
  • s. Borretschblüte – Arglosigkeit, fromme Lebensführung und Trost für bedrückte Herzen.
  • t. Windenblätter – Wunsch nach Ermutigung und Halt; Bewährung in Freude und Leid.
  • u. Wegweise (Wegwarte) – Suche nach Orientierung; voller Einsatz mit Treue, Gerechtigkeit und Hinwendung zum Besten.
  • v. Rupfblumen – Zweifel an der Aufrichtigkeit des Partners; Schwanken zwischen gerechter und ungerechter Gunst.

(Ausführliche Inhaltsangabe bei Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden, Band 1, S. 1081f.)