Die Klage des Einsiedlers (Z62)
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Die Klage des Einsiedlers (Z62) | |
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| AutorIn | Anon. |
| Entstehungszeit | Überlieferung 1405-1408 |
| Entstehungsort | |
| AuftraggeberIn | |
| Überlieferung | München, Bayerische Staatsbibliothek: Cgm 5919, 142v-148v |
| Ausgaben | |
| Übersetzungen | |
| Forschung | Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden, Band 1, S. 1062f. |
Inhalt
A Exposition (1–41)
Der Sprecher nennt sich selbst einen Sünder und beklagt, dass sich all seine frühere Freude ins Gegenteil verkehrt habe. Er müsse seinen Schmerz verbergen und verfluche den Tag seiner Geburt. Obwohl ein Mensch an seinem Leid schuld sei, wolle er sein Geschick Gott überlassen.
B Ausritt (42–80)
Um seinem Kummer zu entkommen, reitet er früh zur Jagd aus, verirrt sich jedoch und gelangt schließlich auf einem schmalen Pfad zu einem idyllischen Ort mit Quelle, Vogelgesang und Blumen. An einer Felswand erblickt er ein prächtiges Schloss, bevor ihn ein ergrauter alter Mann begrüßt.
C Gespräch (81–268)
Der Alte erkundigt sich nach dem Anliegen des Sprechers und vermutet, er könne ein Bote für die Dame des Schlosses sein, die heimliche Minne pflege. Er stellt sich als Ratgeber vor und berichtet, dass er einst selbst den weltlichen Freuden nachgejagt habe, bis ihn die zerstörerische Macht der Liebe zur Abkehr von der Welt und zum Dienst Gottes geführt habe. Er erkennt, dass auch der Sprecher von Minne und Beständigkeit bedrängt wird, und schlägt einen Eid der Verschwiegenheit vor. Nach gegenseitiger Zusicherung erzählt der Alte, er lebe freiwillig in Armut als Einsiedler, von der Schlossherrin versorgt. Auf die Frage nach seiner Abkehr vom Rittertum berichtet er von einer vollkommenen Geliebten, deren Tod ihn zu Gott geführt habe. Schließlich fragt er den Sprecher nach dessen verborgenem Leid. Dieser gesteht, ebenfalls den Tod einer heimlich geliebten Frau zu betrauern, und kündigt an, seine Geschichte zu erzählen – Textabbruch.
(Ausführliche Inhaltsangabe bei Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden, Band 1, S. 1062f.)