Der Minne Erklärung (B515)
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Der Minne Erklärung (B515) | |
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| AutorIn | Anon. |
| Entstehungszeit | Erste Hälfte 14. Jhd. |
| Entstehungsort | |
| AuftraggeberIn | |
| Überlieferung | Prag, Knihovna Národniho muzea: Cod. I Ea 28, 1ra |
| Ausgaben | |
| Übersetzungen | |
| Forschung | Klingner, Jacob: Der Minne Erklärung; Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden, Band 1, S. 976 |
Inhalt
A Belehrung (1–18)
Frau Minne tritt als Lehrmeisterin auf und stellt in einem Muster von Lob und Tadel gegensätzliches Verhalten in der Liebe gegenüber. Sie nutzt Farbsymbolik — Schwarz und Weiß — und betont, dass sowohl Minnefreunde als auch Minnefeinde äußerlich gleich erscheinen können, etwa durch graue Kleidung. Im Zentrum steht der Gegensatz zwischen rechtem, maßvollem Minneverhalten und falschem, unrechtmäßigem Handeln: Wer „vonrecht deit“ steht gegen jene, die „wandels vri“ sind, also unbeständig und sprunghaft.
B Moralische Schlusswendung (19–22)
Frau Minne benennt das Thema ihrer Unterweisung als „die Minne und die Unterscheidung“. Sie schließt mit einer moralischen Sentenz: Auch wenn Treulose ihre Lehre hassen mögen, werden die Treuen umso größeren Gewinn daraus ziehen.
(Ausführliche Inhaltsangabe bei Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden, Band 1, S. 976.)