S. Hedwig (Enoch Widman)

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S. Hedwig

AutorIn Enoch Widman
Entstehungszeit 1596
Entstehungsort Hof
AuftraggeberIn
Überlieferung Vgl. Chronik der Stadt Hof (Enoch Widman)
Ausgaben Vgl. Chronik der Stadt Hof (Enoch Widman)
Übersetzungen
Forschung

Der Text steht direkt nach dem Memorabile Guelfi und Gibellini (Enoch Widman).

Text

[1] Anno 1243, den 15. octobris, ist in Gott seliglich verschiden S. Hedwig, vorgedachten herzogen Ottonis Magni Schwester und Bertholdi IV., marggrafen zu Isterreich, herzogen zu Meran und in Voytlandt etc., tochter, die er gezeuget mit frau Agnes, marggrefin zu Meissen und gräfin zu Rochlitz. Diese Hedwig ward von ihrem vatter Bertholdo gen Kitzing ins closter geschicket, da sie zum studirn und lernung angewisen worden. Nachmaln ward sie Heinrichen mit dem Bart, einem hertzogen in Schlesien und Polen, verehlichet, mit deme sie drei söhn und drei töchter zeugete. Nachdeme ihr gemahl Heinricus cum barba tödlichen abgangen, hat sie in ihrem wittwenstand 28 jhar in zucht und erbargkeit gelebet und zu Trebnitz, nicht weit von Breßlau, in der Schiesing ein herrlich closter Cistercienserorden erbauet, darinnen sie ihr tochter Gertrudem zur äbtissin geordnet und ihr 100 closterjungfrauen zugegeben. Und wie sie ein sehr gottfurchtig heilig weib war also trug sie, wie damalß die religion stundt, allzeit und teglich ein helffenbeines Marienbildlein in ihren henden, welches, alß sie sterben wollen, fest behalten und mit sich in das grab genommen hat. Babst Clemens VI. hat diese Hedwig nach ihrem absterben canonisirt und in die zaal der heiligen gezogen anno 1266, weil seine blinde tochter (die er mit seinem ehweib, alß er noch ein lei war, gezeuget) durch dieser Hedwig furbit und verdinst ihr gesicht widerumb bekommen hatte, wie das Polische Chronicon bezeuget.

Anmerkungen

  1. Zitiert nach Rösler, Maria (Hg.): Enoch Widman, S. 72. Marginalie: "S. Hedwig".