Lob der beständigen Frauen (B272)
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Lob der beständigen Frau (B272) | |
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| AutorIn | Anon. |
| Entstehungszeit | Überlieferung ab 1425 |
| Entstehungsort | |
| AuftraggeberIn | |
| Überlieferung | Karlsruhe, Landesbibliothek: Donaueschingen 104, 175vb-176va Heidelberg, Universitätsbibliothek: Cpg 313, 354v-357r München, Bayerische Staatsbibliothek: Cgm 714, 83r-86v |
| Ausgaben | Dorobantu, Julia/Klingner, Jacob/Lieb, Ludger (Hg.): Minnereden, S. 114-125 |
| Übersetzungen | |
| Forschung | Klingner, Jacob: Lob der beständigen Frauen; Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden, S. 426f. |
Inhalt
A Prolog
Der Sprecher richtet sich an Frauen und gesteht, dass er riskieren müsse, von einer von ihnen verflucht zu werden. Ein „minniglicher Mund“ habe ihn beauftragt zu zeigen, wie vernünftige Männer beständige Frauen loben sollen. Obwohl er sich für das „unbegreifliche Lob“ als ungeeignet erklärt, will er die Frauen nach seinen Möglichkeiten so hoch wie möglich preisen. Der zentrale Leitbegriff ist stettikait, der mehrfach wiederkehrt.
B Erstes Frauenlob
Die ganze Welt solle die Beständige rühmen. Tag und Sonne werden apostrophiert: Sie sollen sich freuen, sie zu bescheinen. Gold und Edelsteine seien wertlos im Vergleich zu ihr. Wenn weibliches Gebaren die Beständigkeit „als Kleid“ anlege, sei dies schöner als das Kleid der Seligkeit.
C Erste Apostrophe einer Frau
Der Sprecher spricht eine Frau direkt an: Zu Recht rühmten Gott und die Engel sie, denn sie könne Adam in Übermut versetzen, da ein Teil seiner Rippe in ihr liege. Tag, Stunde, Elemente und Planeten könnten sich freuen, Anteil an ihrer Beständigkeit zu haben.
D Zweites Frauenlob
Alle Sinne sollen sich freuen, denn wer von einer Beständigen höre, könne froh sein. Sie erfreue das Land, in dem sie lebe. Der Engel, der sie beschütze, sei glücklich zu preisen. Die Wurzel, aus der sie entsprungen sei, sei geehrt. Wer von ihr geliebt werde, sei überaus glücklich. Wo beständige Liebe an Land gehe, werde ein Mann für seinen treuen Dienst zu Recht von seiner Last befreit.
E Zweite Apostrophe einer Frau
Erneut spricht er eine beständige Frau direkt an. Sie solle sich ihrer Beständigkeit freuen, denn ohne Falschheit habe sie Würde und stehe über jeder Kreatur. Gras und Klee freuten sich unter ihren Schritten. Alle Zungen sollten sie preisen und ihr Vorbild den Schwachen vorhalten. Nur wenn sie ihrer Beständigkeit treu bleibe, werde ihr die „Krone des Lobes von Frau Minne“ erhalten bleiben.
F Untreue als ausgeschlossene Alternative
Zum Schluss erwähnt der Sprecher jene Frauen, die „zwei Dienste“ annehmen. Dieses Wechselspiel kritisiert er, da er selbst „in der Einfalt“ sei — ein Wortspiel, das seine Ablehnung der Untreue unterstreicht.
(Ausführliche Inhaltszusammenfassung bei Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden, S. 427)