Lob der Frauen (Willem van Hildegaersberch) (B281)
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Lob der Frauen (B281) | |
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| AutorIn | Willem van Hildegaersberch |
| Entstehungszeit | Um 1400 |
| Entstehungsort | |
| AuftraggeberIn | |
| Überlieferung | Brüssel, KBR: 15659-61, 125ra-125vb Den Haag, Koninklijke Bibliotheek: Cod. 129 E 6, 121vb-122va |
| Ausgaben | |
| Übersetzungen | |
| Forschung | Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden, S. 439f. |
Inhalt
A Einführung
Der Sprecher erklärt, was eine gute Frau tun soll, um Tugend und Ehre zu gewinnen. Wer nach Ehre strebt, soll jede Sünde meiden, auch wenn niemand zusieht, denn Gott kennt das Herz.
B Konkrete Verhaltensweisen
Eine ehrliebende Frau soll Gott und ihrem Mann treu sein, Unruhe und Zorn im Haus vermeiden, anständig sprechen, alle höflich grüßen und nicht zu geschwätzig sein. Sie soll maßvoll geben und nehmen, weder geizig noch verschwenderisch handeln. Freunde, Nachbarn und auch unbekannte Gäste soll sie freundlich empfangen und großzügig bewirten; ob sie etwas annehmen oder nicht, soll sie sie loben und nicht kleinlich rechnen. Dankbarkeit und Ehre, die man dafür erhält, seien weit wertvoller. Sie soll gute Nachbarschaft pflegen, da ein guter Nachbar in der Not entscheidend ist. Auch Menschen ohne Ehre soll sie höflich begegnen, denn höfliche Worte kosten nichts.
C Ethische und religiöse Schlussfolgerung
Wer vollkommen sein will, soll gute Werke höher schätzen als höfliche Worte. Manche Frauen geben ihre Ehre für geringe Vorteile preis, doch Ehre ist unbezahlbar und das höchste Gut. Gute Frauen gleichen Maria, die im Himmel die Krone trägt. Alle Frauen und Jungfrauen sollen Schande meiden, dann werden sie gepriesen.
(Ausführliche Inhaltszusammenfassung bei Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden, S. 440)