Von der Minne (Heinrich der Teichner) (B313)

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Von der Minne (B313)

AutorIn Heinrich der Teichner
Entstehungszeit Überlieferung 1469
Entstehungsort
AuftraggeberIn
Überlieferung Wien, Österreichische Nationalbibliothek: 2848, 271r-271v
Ausgaben
Übersetzungen
Forschung Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden, S. 487f.

Inhalt

A Verteidigung der Minne (1–17)

Der Sprecher weist den Vorwurf zurück, die Minne sei schwächer geworden. Nicht die Minne habe sich verändert, sondern die Menschen. Seit Anbeginn gebe es Gute und Schlechte, und auf eine schlechte Frau kämen viele tugendhafte. Der „Orden der Minne“ bleibe unverändert bestehen.

B Der rechte Minnedienst (18–73)

Ein Liebender müsse oft Entbehrungen tragen, obwohl er eigentlich Lohn verdiene. Wie eine Biene den Honig nimmt, ohne die Blüte zu beschädigen, solle ein Mann um eine Dame werben, ohne mehr zu verlangen als freundliches Gedenken und höfischen Gruß. Selbst wenn die Dame mehr gewähren wolle, solle er sich zurückziehen, um ihre Ehre zu schützen – wie ein edler Jäger, der das erschöpfte Wild nicht tötet. Im Dienst an der Dame vereinten sich alle Tugenden.

C Der Erfolg der Prahler (74–101)

Häufig hätten gerade schlechte Männer Erfolg bei Frauen – Männer, die weder ritterlich seien noch sich bemühten, sondern nur prahlten. Wie ein Wolf, der viele Schafe reißen will, wolle der Prahler möglichst viele Frauen in Verruf bringen. Die Minne sei zu tadeln, wenn ein solcher Mann mehr Anerkennung erhalte als ein Ehrenhafter. Begrüße ihn eine Dame, verbreite er sofort übertriebene oder erfundene Geschichten.

D Schluss (102–116)

Darum müssten Damen sorgfältig zwischen Gut und Böse unterscheiden und sich von schlechten Männern fernhalten. Ihr größter Wert sei höfischer Anstand und Beständigkeit. Je treuer eine Dame sei, desto stärker leide ein ehrenhafter Mann in ihrem Dienst. Der Text endet mit der Autorsignatur Teichners.

(Ausführliche Inhaltszusammenfassung bei Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden, S. 487f.)