Der Baum der Minne (B357)

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Der Baum der Minne (B357)

AutorIn Anon.
Entstehungszeit Überlieferung um 1405-1408
Entstehungsort
AuftraggeberIn
Überlieferung Brüssel, KBR: 15589-623, 42rb-42vb
Ausgaben
Übersetzungen
Forschung Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden, S. 560f.

Inhalt

A Minneklage (1–44)

Der Sprecher beklagt, dass sein Herz von treuer Liebe zu einer höfischen Dame verzehrt werde. Ein Pfeil habe ihn so getroffen, dass er keine Ruhe finde, bis sie sich seiner annehme. In direkter Anrede bittet er um Gnade. Ihr erster Blick habe ihn gefangen, und aufrichtige Liebe zwinge ihn, seine Not auszusprechen. Er legt symbolisch sein Haupt in ihren Schoß, erklärt sich zu ihrem dauerhaften Diener und bittet sie, ihn von seiner Qual zu erlösen.

B Tugendallegorie (45–79)

Für seine Dame entfaltet der Sprecher ein Tugendbild in Form eines Baumes mit sieben Zweigen. Jeder Zweig steht für eine Minnetugend, nach der Frauen sich richten sollen: Treue, Weisheit, Demut, Freigebigkeit, Tugendhaftigkeit, Furcht und Vorsicht.

C Weitere Lehren und Klagen (80–120)

Der Sprecher mahnt die Dame, sich nicht täuschen zu lassen und Menschen mit vielen Worten zu misstrauen. Sie solle niemanden verspotten, Liebende nicht stören, keine Geheimnisse ausplaudern, sich vor Lastern hüten und niemanden verleumden. Die Tugendzweige des Baumes solle sie stets im Blick behalten. Abschließend kehrt er zur Klage des Anfangs zurück: Er bittet erneut um Erlösung aus seinem Schmerz, versichert seine Treue und empfiehlt sie Gott und Maria. Die Rede endet mit einem Amen.

(Ausführliche Inhaltszusammenfassung bei Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden, S. 561)