Was Blütenfarben bedeuten (B363)

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Was Blütenfarben bedeuten (B363)

AutorIn Anon.
Entstehungszeit Vor 1470/71
Entstehungsort
AuftraggeberIn
Überlieferung Prag, Knihovna Národniho muzea: Cod. X A 12, 67v-69v
München, Bayerische Staatsbibliothek: Cgm 5919, 245v-248r
Leipzig, Universitätsbibliothek: Ms. Apel 8, 215v-218r
Berlin, Staatsbibliothek: Mgf 488, 86v-89r
Ausgaben
Übersetzungen
Forschung Achnitz, Wolfgang: Was Blütenfarben bedeuten; Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden, S. 572f.

Inhalt

A Spaziergangseinleitung (1–33)

Der Sprecher, von Liebe erfüllt, geht eines Tages spazieren. Zwei Jagdversuche misslingen: Sein Sperber zeigt keinen Jagdeifer, und die Enten, die er mit seinen Hunden aufscheucht, entkommen im Röhricht. Schließlich gelangt er zu einer umhegten, gartenähnlichen Wiese, auf der eine außergewöhnlich schöne Dame sitzt. Von Glück überwältigt kniet er vor ihr nieder und setzt sich dann zu ihr.

B Gespräch über Blumen (34–130)

Die Dame tadelt ihn lachend für seine Übereilung und spricht in sprichwörtlichen Wendungen. Er versichert ihr seine Ergebenheit. Sie fragt, ob er ein Kränzlein guter Laune wünsche, was er freudig bejaht. Die Dame pflückt eine gelbe Blume und erkundigt sich nach ihrem Namen. Der Sprecher kennt ihn nicht, deutet aber die Farbe minnetopisch. Sie belehrt ihn, es handle sich um Tormentill, eine Heilpflanze. Auch bei einer roten Blume kennt er nur die Farbsymbolik, worauf sie sie als Betonie bezeichnet und die Verbindung von Liebe und Leid hervorhebt. Schließlich pflückt sie eine blaue, langstielige Blume, deren Name ihr entfallen ist. Der Sprecher deutet den ganzen Strauß: Das Wohlgemut sei gut für sein Herz, die gelbe Blume verheiße Erfolg, die rote beständige Liebe, die blaue Treue. Als Dank für den Strauß gelobt er ewigen Dienst und will dieses Versprechen in sein Herz einschreiben. Er bittet um eine freundschaftliche Umarmung.

C Abschied (131–136)

Der Sprecher bricht auf; die Dame wünscht seine baldige Rückkehr und umarmt ihn. Er geht fort, erfüllt vom Gedanken an sie, und betont abschließend ihre Macht über ihn.

(Ausführliche Inhaltszusammenfassung bei Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden, S. 572f.)