Der Blumenhut (B365)

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Der Blumenhut (B365)

AutorIn Anon.
Entstehungszeit 1405-1408
Entstehungsort
AuftraggeberIn
Überlieferung Brüssel, KBR: 15589-623, 25va-26ra
Ausgaben
Übersetzungen
Forschung Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden, S. 575f.

Inhalt

A Prolog (1–14)

In Brüssel lebt eine junge Dame, die den Sprecher gebeten hat, ein Gedicht in der Volkssprache zu verfassen. Er erklärt, es wäre unklug, diesem Wunsch nicht zu folgen, da nur wenige Damen so schön und höfisch seien wie sie. Ein weiser Mann habe ihm geraten, stets jungen höfischen Frauen zu dienen, da solcher Dienst nie unbelohnt bleibe.

B Die sieben Blumen aus dem Kranz der Liebe (19–78)

Der Sprecher habe oft gehört, dass junge Damen einen Kranz aus Blumen der Liebe tragen sollten. Die sieben Blumen deutet er nacheinander:

  1. Veilchen: Sinnbild makelloser Tugend und guter Manieren.
  2. Gänseblümchen: Einfachheit, Aufrichtigkeit und höfisches Verhalten; Schlechtes überhören.
  3. Ringelblume: Vorbild für tugendhaftes Verhalten in jeder Hinsicht.
  4. Kornblume: Schönheit und gute Sitten, frei von Falschheit.
  5. Akelei: Demut, da sie sich biegt.
  6. Weiße Lilie: Reinheit und Keuschheit, die leicht befleckt werden können.
  7. Rose: Wohlgeruch, Güte, Hoffnung und Freigebigkeit; Tugenden, denen junge Damen nachstreben sollen.

C Abschließende Ermahnungen (79–102)

Nur jene, die ohne Betrug und Rohheit lieben, dürfen diesen Kranz tragen. Wer unbeständig liebt, würde schon vom Duft der Blumen Schaden nehmen. Der Sprecher dankt dem Schöpfer des Kranzes und betont, dass Liebende, die Leid ertragen, Lob verdienen. Ein aufrichtiger Liebhaber sei nie verachtet worden.

(Ausführliche Inhaltszusammenfassung bei Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden, S. 575f.)