Bedeutung der Farben (B371)
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Bedeutung der Farben (B371) | |
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| AutorIn | Anon. |
| Entstehungszeit | um 1481 |
| Entstehungsort | |
| AuftraggeberIn | |
| Überlieferung | Wien, Österreichische Nationalbibliothek: 2940*, 13r-13v |
| Ausgaben | |
| Übersetzungen | |
| Forschung | Klingner, Jacob: Bedeutung der Farben; Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden, S. 585 |
Inhalt
A Weiß (1–27)
Der Abschnitt entfaltet eine Lehre über die Bedeutung von Weiß als Farbe der Liebeshoffnung. Weiß steht für die Aussicht auf Zuneigung, verkörpert durch weiße Arme, ein weiß akzentuiertes Küssen und einen hellen Körper, der selbst Hoffnung auf Liebe weckt. Weiß gilt zudem als höchste Gewandfarbe: Engel tragen es, und Gott erscheint im weißen Brot auf dem weißen Altartuch. Eine Frau solle Weiß nur dann mit Recht tragen, wenn sie treue Diener und ihren Dienstmann liebe. Der Teil endet mit dem Refrain, der die engelhafte Liebe und den Schöpfer als Hüter des Paradieses hervorhebt.
B Grau (28–63)
Ein Ich-Sprecher schildert seine Suche nach Auskunft über die Bedeutung von Grau. Ein Meister erklärt, darüber nichts zu wissen, und verweist ihn an Frau Venus. Mit ihr tritt der Sprecher in einen Rosengarten, wo er nach der Art der grauen Farbe fragt. Venus beschreibt Grau als Farbe der Sorge: Wer in der Liebe Unrecht tue, werde im Alter dafür bestraft. Sie veranschaulicht dies durch die Klage eines alten Mannes, der sich nie gebunden habe und nun von Jüngeren verdrängt werde. Der Sprecher dankt für die Belehrung; Venus überreicht ihm ein goldenes Waschholz, damit er ihr beim Wringen helfe, und kündigt an, ihm dabei etwas vorzusingen, bevor sie in den Refrain überleitet.
(Ausführliche Inhaltszusammenfassung bei Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden, S. 585)