Die sieben Farben (B376)
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Die sieben Farben (B376) | |
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| AutorIn | Anon. |
| Entstehungszeit | Überlieferung um 1530 |
| Entstehungsort | |
| AuftraggeberIn | |
| Überlieferung | Berlin, Staatsbibliothek; Mgf 488, 276v-277v |
| Ausgaben | Dorobantu, Julia/Klingner, Jacob/Lieb, Ludger (Hg.): Minnereden, S. 215-217 |
| Übersetzungen | |
| Forschung | Klingner, Jacob: Die sieben Farben; Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden, S. 591f. |
Die ersten drei Farben werden ohne persönliche Einbindung erklärt; bei den folgenden vier relativiert der Sprecher seine Aussagen durch Hinweise auf eigene Erfahrung oder Hörensagen. Grün steht für den Anfang und ist für jemanden gedacht, der noch nie eine Dame geliebt hat. Rot soll der tragen, der in Liebe entbrannt ist, durch den Blick der Dame von seinem Leiden erlöst wurde und dessen Herz wie Glut brennt. Blau kennzeichnet den ausschließlich treuen und dauerhaft beständigen Liebenden. Weiß bedeutet Hoffnung und ist für den bestimmt, dessen Herz durch einen Blick geöffnet wurde und der auf mehr hofft; zugleich wird deutlich, dass Farben als Signale an die Geliebte dienen sollen. Grau steht für Verlassenheit und ist für den, der Dienst leisten möchte, aber keine Erhörung findet. Schwarz soll der tragen, der trotz treuer Beständigkeit verstoßen wurde und das begangene Unrecht öffentlich machen will. Gelb zeigt an, dass jemand seine Liebe überwunden habe.
(Ausführliche Inhaltszusammenfassung bei Klingner, Jacob/Lieb, Ludger: Handbuch Minnereden, S. 591f.)